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Ein seltener Gast

ESSLINGEN: Tierpark Nymphaea ist eine Oase für Eisvögel, Gänse und Nachtreiher

  Oscar, der Nachtreiher, ist viel kleiner und gedrungener als seine großen grauen Verwandten. Mit etwas Glück kann man ihn auf der Neckarinsel beobachten.Foto: e
 

Oscar, der Nachtreiher, ist viel kleiner und gedrungener als seine großen grauen Verwandten. Mit etwas Glück kann man ihn auf der Neckarinsel beobachten. Foto: e

 

(dob) - In den Gehegen, Aquarien und Volieren im Tierpark Nym­phaea tummelt sich allerhand bunt Geschecktes, was dem Naturfreund am Neckarufer sonst kaum begegnen dürfte. Der beliebte Tierpark auf der Neckarinsel beherbergt neben Eseln, Ponys, Hühnern und Ziegen allerlei Getier, das in diesen Regionen ansonsten nicht beheimatet ist. Doch auch außerhalb der Zäune, Glaswände und Netze gibt es im Tierpark laut Edgar Kässer vom Aquarien- und Terrarienverein Nymphaea immer mehr seltene Vogelarten zu entdecken. Anfang August ist ein neuer Gast aufgetaucht: ein junger Nachtreiher, den die Vereinsmitglieder „Oscar“ getauft haben.

Jungvogel ist allein unterwegs

Der Jungvogel ist offenbar allein unterwegs und hat im Tierpark auf seinem Flug in den warmen Süden Halt gemacht. Kässer vermutet, dass er im Oktober weiterzieht. In Mitteleuropa waren Nachtreiher im 19. Jahrhundert noch verbreitete Brutvögel, heute sind sie in Deutschland vom Aussterben bedroht. Zu beobachten sind sie heute vorwiegend noch in Süd- und Osteuropa.

„Oscar ist relativ zutraulich, man kommt bis auf 200 oder 300 Meter an ihn heran. Das ist ziemlich ungewöhnlich“, sagt Kässer. Tierparkbesucher müssen trotzdem ein bisschen Glück haben, um diesen gelbfüßigen Vertreter der Stelz- und Schreitvögel zu Gesicht zu kriegen: Sein braunes Gefieder schützt ihn in Bäumen und Seen vor zudringlichen Blicken.

Seit vielen Jahren besuchen und brüten auch regelmäßig Kanadagänse im Tierpark. Auch seltene Eisvögel, wegen ihres prachtvollen Gefieders auch „fliegende Edelsteine“ genannt, kann man im Park auf der Esslinger Neckarinsel beobachten. „Eisvögel sind sehr wählerisch bei der Wahl ihrer Brutplätze“, sagt Kässer. Er ist deshalb ein bisschen stolz, dass sie sich die Nymphaea ausgesucht haben. „Das ist ein Zeichen, dass die Wasserqualität gut ist und der Park mit seinen Seen, der intakten Natur und den vielen Rückzugsräumen ein idealer Rastplatz, aber auch ständiger Lebensraum für Vögel ist“, sagt der Sprecher des Aquarien- und Terrarienvereins. Der Verkehrslärm von der B 10 störe die Tiere nicht, sagt Kässer weiter: „Ich denke, die haben sich dran gewöhnt.“

 

Artikel vom 06.09.2010 © Eßlinger Zeitung

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