„Singen ist noch schöner als quatschen“
Die Star-Sopranistin und Moderatorin Annette Dasch gastiert heute mit ihrem „Daschsalon“ beim Musikfest
Stuttgart - Eine begnadete Sopranstimme, die Qualitäten einer Entertainerin und ein Nachname, der wie ein Waschmittel klingt: Alles zusammen in einer Person ergibt „Annettes Daschsalon“. Mit ihrer gleichnamigen TV-Show - einer Mischung aus (Mitsing-)Liederabend und Talkrunde - gastiert die 34-jährige Star-Sopranistin Annette Dasch erstmals beim Stuttgarter Musikfest. Mit der Sängerin und Moderatorin sprach Martin Mezger.
Ihr „Daschsalon“ ist ein Medienerfolg, obwohl es um altmodische Dinge wie klassische Lieder und Hausmusik geht. Wie kommt‘s?
Dasch: Den meisten Menschen gehen Lieder und Lyrik eben doch sehr nahe, wenn sie ihnen auf unterhaltsame Weise zugänglich gemacht werden. Die weißhaarige Konzertgänger-Generation freut sich im „Daschsalon“ über die ungewöhnliche Begegnung mit Sängern und mit Musik, die sie kennt. Leute meiner Generation schauen und hören zu, weil sie ebenso hungrig und durstig nach musikalischer Expressivität sind, aber vom klassischen Konzertleben nicht mehr angesprochen werden.
Musikvermittlung wird auch beim Stuttgarter Musikfest groß geschrieben. Hat klassische Musik ohne Vermittlung noch eine Chance?
Dasch: Auf jeden Fall. Ich bin da nicht kulturpessimistisch. Aber wir müssen stärker ins Bewusstsein bringen, dass es beim Konzertbesuch um ein Erlebnis geht und nicht um eine soziale Pflicht, weil man halt einer bestimmten Schicht angehört und sich sehen lassen muss.
Verraten Sie, wer beim Stuttgarter „Daschsalon“ mit dem Thema „Nacht und Träume“ zu Gast ist?
Dasch: Na klar. Die Sopranistin Helen Donath, der Tenor Daniel Behle, der Sprecher Rudolf Guckelsberger und als avantgardistischer Beitrag zwei Rapper.
Sie sind eine erstaunliche Doppelbegabung als Sängerin und als Moderatorin. Was tun Sie lieber, singen oder moderieren?
Dasch: Schon singen. Egal wieviel und mit wem man redet - singen ist immer noch schöner als quatschen. Auch wenn reden im Fernsehen manchmal wirkungsvoller ist.
Sie sind auch sängerisch recht vielseitig. Sie haben Alte Musik gesungen, dann sehr viel Haydn und Mozart, zuletzt als Elsa im „Lohengrin“ in Bayreuth debütiert. Was sind Ihre nächsten Pläne?
Dasch: Im Oktober singe ich in der Berliner Uraufführung von Jens Joneleits Oper „Metanoia“, die ursprünglich Christoph Schlingensief inszenieren sollte. Nach seinem Tod sind da alle Beteiligten schwer gefordert. Im Winter mache ich in Genf mit der „Lustigen Witwe“ zum ersten Mal eine Operette.



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