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Weniger Besucher auf dem Weindorf

Schuld ist das Wetter - Veranstalter Pro Stuttgart zieht trotzdem eine positive Bilanz

  Sobald die Sonne scheint, hat man Lust auf ein edles Gläschen Rot- oder Weißwein oder auch Rosé.Foto: Weirauch
 

Sobald die Sonne scheint, hat man Lust auf ein edles Gläschen Rot- oder Weißwein oder auch Rosé. Foto: Weirauch

 

Stuttgart (yw) - Zum Stuttgarter Weindorf sind in diesem Jahr weniger Besucher gekommen, als in den Jahren zuvor. Trotzdem zieht der Veranstalter Verkehrsverein Pro Stuttgart insgesamt eine positive Bilanz. Vor allem die erstmals angebotene Führung über das Weindorf fand regen Zuspruch.

„Das war ein ordentliches, aber von den Besucherzahlen her kein überragendes Weindorf“, so Pro Stuttgart-Geschäftsführer Axel Grau. Genaue Zahlen könne man nicht nennen. Allerdings würden die Laubenwirte Umsatzeinbußen spüren. Zu nass, zu herbstlich und teilweise zu kalt war dieses Jahr das Weindorfwetter. „Der Montag mit diesem nasskalten Wetter war der schrecklichste Tag“, so der Vereinsvorsitzende Pro Stuttgart, Fritz Mutter. Für das letzte Wochenende, für das sonniges Wetter angesagt ist, hoffe man, dass noch es noch einige Gäste auf das Fest lockt. Der Veranstalter und die Laubenwirte hatten aber in diesem Jahr nicht nur mit dem Wetter zu kämpfen. Ihnen machte vor allem der schlechte Start durch die Demonstration der S-21-Gegner am Eröffnungsabend vor dem Alten Schloss zu schaffen. „So etwas ist man bei einer feierlichen Eröffnung nicht gewöhnt. Mit solch einem Ausmaß hatten wir nicht gerechnet“, so Mutter. Die Demonstranten waren am Eröffnungstag des Weindorfes vom Hauptbahnhof zum Alten Schloss marschiert, hatten sich vor die geschlossenen Gittertore des Innenhofs postiert und mit „Schuster raus“-Rufen die Eröffnungsfeier erheblich beeinflusst. „Die Polizei hat das aber super gelöst. Und Innenminister Heribert Rech hat zurecht in seinem Grußwort gesagt: Wir lassen uns das Fest nicht verderben“, so Mutter. Trotzdem werde dieses Ereignis bei den Weindorfwirten, die unmittelbar in der Nähe des Schillerplatzes ihre Laube hatten, in Erinnerung bleiben.Hauptsächlich sei aber das schlechte Wetter schuld, dass zum 34. Stuttgarter Weindorf erheblich weniger Besucher gekommen seien. „Wir hoffen, dass heute und morgen noch was gutgemacht werden kann. Schließlich soll die Sonne scheinen“, so der Vorsitzende des Weindorfausschusses, Manfred Strauß. Von Seiten der Polizei und der Feuerwehr gab es keine Beanstandungen. „Die Zusammenarbeit lief sehr gut“, sagte Axel Grau, der auch den Sanitätsdienst lobte. „Das Stuttgarter Weindorf ist nicht nur Deutschlands schönstes Weindorf, sondern eigentlich auch das friedvollste im Ländle“, so Mutter. Nach Meinung vieler Besucher sei die Steigerung der Qualitätsziele sichtbar und bei Speisen und Getränken spürbar gewesen. Die Betriebe hatten sich einmal mehr für gemütliche Lauben, verbesserte Wein- und Speisekarten, geschulte Servicekräfte und einheitliche Kleidung in den jeweiligen Laubenbetrieben engagiert. Der Veranstalter lobte die 29 Weindorfwirte und drei Süßwarenbetriebe. Die beiden neuen Weindorfwirte seien mit dem Verlauf ihrer erstmaligen Teilnahme sehr zufrieden. „Die Vinzo-Laube mit den Herren Scholz und Schniepp haben unsere Erwartungen voll erfüllt und wurden vom kritischen Weindorfpublikum gut angenommen. Jörg Rauschenberger hat mit seiner Weinlaube gezeigt, dass man sich auch auf dem Weindorf rustikal und trotzdem modern präsentieren kann“, sagte Fritz Mutter. Gute Resonanz gab es laut Veranstalter auf die neue Weindorf-Führung. Sie wurde sogar erstmals auch in englischer Sprache angeboten. Die Informationen, Weinverkostungen und „Versucherle“ kamen bei den Teilnehmern sehr gut an. „Für heute und morgen können auch noch Führungen gebucht werden“, so Grau. In zunehmendem Maße seien auch ausländische Besuchergruppen aus aller Welt auf dem Weindorf entdeckt worden.Das Weindorf endet morgen. Tagsüber geht es noch mal musikalisch zu mit Chorgesang Jazz und Blasmusik. Um 21 Uhr treffen sich dann alle Laubenwirte traditionell zum Fackelabschied am Alten Schloss.

 

Artikel vom 04.09.2010 © Eßlinger Zeitung

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