Bei Karstadt knallen die Korken
Esslingen (kf) - Aufatmen im Esslinger Karstadt-Haus: Nachdem das Amtsgericht Essen gestern Nachmittag den Insolvenzplan für die Warenhauskette genehmigt hat, sind nun auch die 165 Jobs in der Filiale in der Bahnhofstraße endgültig gesichert. „Uns allen fällt ein Stein vom Herzen“, sagte Betriebsratsmitglied Deniz Kiral. Nachdem die Übernahme durch den amerikanischen Investor Nicolas Berggruen eigentlich schon im Juni unter Dach und Fach schien, musste die Belegschaft in den vergangenen Wochen noch einmal zittern, denn die Einigung mit dem Vermieter-Konsortium Highstreet, dem auch das Haus in der Esslinger Bahnhofstraße gehört, zog sich hin. „Wir haben täglich mit einer Einigung gerechnet, und dann hat es sich immer wieder verzögert. Das war für uns schon belastend“, gibt Kiral zu. Bei vielen seien da Erinnerungen an die Hertie-Insolvenz aufgekommen. Dort war die Rettung im vergangenen Jahr an der fehlenden Einigung mit dem britischen Immobilien-Besitzer Dawnay Day gescheitert, 2600 Mitarbeiter verloren ihren Job.
Den Karstadt-Beschäftigten bleibt dieses Schicksal erspart: „Die meisten arbeiten schon seit vielen Jahren hier und sind überglücklich, dass es weitergeht“, sagte der Betriebsrat. Auch Gabriele Post, Geschäftsführerin der Esslinger Filiale, war die Erleichterung gestern anzumerken: „Darauf werden wir erst mal mit einem Glas Sekt anstoßen“, kündigte sie an. Zwar sei sie die meiste Zeit optimistisch gewesen, die vergangenen Wochen, als sich die Rettung immer wieder verzögerte, seien aber auch für sie eine Zeit „zwischen Hoffen und Bangen“ gewesen. Nach mehr als einem Jahr voller Ungewissheit ist sie nun froh, dass sie endlich wieder Planungssicherheit hat. Auch die tägliche Arbeit werde nun wieder einfacher: „Bisher mussten wir alles mit dem Insolvenzverwalter abstimmen, das dauerte natürlich länger. Jetzt können wir unsere Entscheidungen wieder schneller treffen“, freut sich die Geschäftsführerin.



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