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Davorin Golubic trainiert nach zehn Jahren wieder die Bundesliga-Wasserballer des SSV Esslingen

  Davorin Golubic an seiner neuen alten Wirkungsstätte, dem Freibad des SSV Esslingen auf der Neckarinsel. Dort will er in den nächsten Wochen das junge Team fit für die Liga machen. Foto: Rudel
 

Davorin Golubic an seiner neuen alten Wirkungsstätte, dem Freibad des SSV Esslingen auf der Neckarinsel. Dort will er in den nächsten Wochen das junge Team fit für die Liga machen. Foto: Rudel

 

Von Beate Wockenfu ß

Esslingen - Davorin Golubic ist zurück. Ziemlich genau zehn Jahre, nachdem sich der Trainer und der Wasserball-Bundesligist SSV Esslingen aufgrund von Differenzen vorzeitig getrennt hatten, steht der Kroate wieder am Beckenrand im Freibad auf der Neckarinsel. Seit Montag bereitet er die Mannschaft auf die neue Saison vor. Und Golubic tritt die Nachfolge von Patrick Weissinger, der sein Amt Anfang August wegen Überlastung auf eigenen Wunsch aufgegeben hatte, mit Feuereifer an. „Es gibt viel zu tun“, sagt der 33-Jährige, der nach zehn Jahren in Zagreb ganz ohne Ressentiments wieder zum Verein gestoßen ist und nun darauf brennt, dem Team, zu dem erneut zahlreiche junge Spieler hinzugekommen sind, viel beizubringen.

Seit damals hat sich einiges verändert. Sowohl beim SSVE als auch bei Golubic. Der immer noch sehr junge Coach ist nicht nur zehn Jahre älter, sondern inzwischen kein unbeschriebenes Blatt mehr. Als diplomierter Wasserball-Lehrer hat er reichlich Erfahrung gesammelt. In den vergangenen neun Jahren war er beim Club Medvescak Zagreb in verschiedenen Funktionen tätig. Er arbeitete zunächst als Sportdirektor, trainierte dann diverse Jugendteams des Vereins, mit denen er insgesamt zehn kroatische Meisterschaften feierte. Ab 2006 coachte Golubic die erste Mannschaft, die 2009 Zweitliga-Meister wurde und daher in der vergangenen Saison in der Adria Liga, einer der besten Ligen weltweit, antrat.

Sein Verein und der kroatische Verband seien nicht gerade glücklich darüber gewesen, dass er jetzt nach Deutschland wollte, berichtet Golubic. „Sie hatten mir eine gute Perspektive gegeben. Aber nach neun Jahren im gleichen Club will ich diese neue Herausforderung annehmen“, erklärt der 33-Jährige seine Entscheidung, die Heimat zu verlassen. Sie sei ihm dennoch nicht ganz leicht gefallen. Schließlich erwarten er und seine Frau Suzana, mit der er seit dem vergangenen Monat verheiratet ist, Ende Februar ihr erstes Kind. Und das wird jetzt wohl in Esslingen zur Welt kommen. „Die werdenden Großeltern vermissen uns jetzt schon“, sagt Golubic und fügt hinzu: „Ich denke nicht, dass ich das auch für einen anderen Verein gemacht hätte.“

„Genau der richtige Mann“

Bei den Esslingern ist die Freude über die Rückkehr des Mannes, der den SSVE in der Saison 1999/2000 vor dem drohenden Abstieg bewahrt hatte, groß. „Seine Vorstellungen und sein Konzept haben mir sehr gut gefallen. Außerdem war die persönliche Zusammenarbeit mit ihm vor zehn Jahren sehr gut“, begründet Vorstand Hans-Jörg Barth die Verpflichtung des Coaches. Als es damals zu den Zerwürfnissen zwischen Mannschaft und Trainer und letztlich nach nur sieben Monaten zum Bruch kam, waren andere Personen beteiligt. Sowohl in der Führungsriege als auch im Team. Für Golubic ist die Geschichte daher abgehakt. „Ich war damals jünger als die meisten Spieler. Sie waren meinen neuen Trainingsmethoden gegenüber nicht aufgeschlossen. Meine Ideen wurden vom Verein nicht angenommen. Es gab so viele Konflikte, es ging einfach nicht mehr“, berichtet der 33-Jährige. Er räumt aber auch ein, dass es zeitlich schwierig gewesen sei, weil er damals in Esslingen nebenbei mit seiner Diplomarbeit beschäftigt war. Dass ihm jetzt ausgerechnet sein früherer Kapitän Markus Hahn als Co-Trainer zur Seite gestellt ist, begrüßt Golubic außerordentlich. „Mit ihm hatte ich nie Probleme. Wir werden gut zusammenarbeiten“, sagt er. Das sieht Hahn genauso. „Er ist ein absolut professioneller Trainer und genau der richtige Mann für das Team. Er wird die Jungs weiter voranbringen“, betont der 35-Jährige und fügt mit Blick auf die Vorkommnisse von 2000 erklärend hinzu: „Damals waren viele ältere Spieler in der Mannschaft. Und mit einigen war nicht so einfach umzugehen. Heute ist es genau umgekehrt.“ Golubic peilt diesmal drei bis vier Spielzeiten an, denn „eine junge Mannschaft braucht Kontinuität“.

 

Artikel vom 03.09.2010 © Eßlinger Zeitung

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