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Ein lauschiger Winkel am Wasser

ESSLINGEN: Familie Grünberger pflegt in ihrem Garten am Hammerkanal eine Idylle für Menschen, Tiere und Pflanzen

  Dorothea Grünberger und ihre Enkelin Anouk haben es sich in ihrer Idylle am Wasser gemütlich gemacht.Foto: Weiß
 

Dorothea Grünberger und ihre Enkelin Anouk haben es sich in ihrer Idylle am Wasser gemütlich gemacht. Foto: Weiß

 

Von Gaby Wei ß

Es ist ein idyllisches Plätzchen, das zum Sitzen und Plauschen verführt: Auf einem Steg direkt am Wasser, unter einem schützenden Sonnendach ein gemütlicher Sitzplatz mit wucherndem Grün. Durch den Fluss von der Stadt getrennt, im Rücken ein verwunschener Garten - Familie Grünberger hat am Hammerkanal eine Idylle für Pflanzen, Tiere und Menschen geschaffen. „Wir brauchen nicht in den Urlaub zu fahren“ - angesichts dieses lauschigen Winkels glaubt man Dorothea Grünberger aufs Wort. Vor zehn Jahren sind die Grünbergers vom Zollberg herunter an den Hammerkanal gezogen und haben ihren Garten zu einem Paradies für Pflanzenliebhaber gemacht: Rosen und Hortensien, Lampionblumen und Storchschnabel, Esskastanie und Mandelblütenbaum, Bux und Efeu, Pfingstrosen und Sommerflieder, Glanzmispel und Hopfen gedeihen auf dem Grundstück am Wasser prächtig. Fast zu gut, wie Dorothea Grünberger erzählt: „Wir sind nur am Schneiden, Schneiden, Schneiden. Und ruckzuck ist alles wieder zugewachsen.“

Wiese statt englischer Rasen

Dass ihre einst farblich komponierte Bepflanzung mittlerweile kunterbunt im ganzen Garten gedeiht, dass die gesetzten Vergissmeinnicht wie von Zauberhand verschwunden sind und auf der Grünfläche auch mal Unkraut sprießt, das ficht die Familie nicht an: „Bei uns gibt’s keinen geschleckten Rasen, sondern Gras und Wiese“, freut sich die 79-Jährige über Hirsepflänzchen und üppig blühende Kamille, die Vögel eingeschleppt haben: „Gepflanzt hat die niemand, jetzt sind sie einfach da und ergänzen die Vielfalt, das ist doch herrlich.“

Leben und leben lassen heißt die Devise in dem großen Garten. Ein abgestorbener Apfelbaum ist von einer Baumrose überwuchert, eine zugewachsene Laube bietet Schatten, im abgedeckten Strandkorb sucht schon mal eine fremde Katze Zuflucht, ein umrankter Sitzplatz wird zum lauschigen Geheimversteck, und ein von Blauregen überwachsener Laubenbogengang wirkt wie der Eingang zum Märchenland.

Besonders stolz ist Dorothea Grünberger auf den Schlafbaum, der im Moment von unzähligen roten Blüten-Puscheln gekrönt wird, und auf die Magnolie Grandiflora, die über viele Monate hinweg mit riesigen cremeweißen Blüten aufwartet. Und nachdem sie den Kampf mit den Schnecken verloren gegeben haben, gibt’s bei Grünbergers statt eines Nutzgartens nun „Naschplätze“ mit Apfel- und Kirschbaum und jeder Menge Beerensträuchern.

Das Kanu steht bereit

Aber nicht nur die Pflanzen, auch die Tiere fühlen sich wohl auf dem Anwesen am Wasser: Für die Vögel gibt es Brutmöglichkeiten in den Bäumen, im von einer Glyzinie berankten Balkon, in Vogelhäuschen und Nistkästen. Spatzen, Meisen, Baumläufer und sogar Kleiber, Eisvogel, Zaunkönige und Teichhühner wurden schon gesichtet. Fische sieht man bei großer Hitze im Kanal an der Oberfläche Luft holen. Bisamratte und Fuchs waren schon zu Besuch und natürlich jede Menge Enten samt Nachwuchs.

Auch ein junger Schwan hat für drei Wochen im Garten gelebt, immer frühmorgens im Kanal ein Bad genommen und sich eines Tages flügelschlagend verabschiedet. Und an das „Hänsel und Gretel“ getaufte Schwanenpaar erinnert sich Dorothea Grünberger besonders gern: „Einmal gab’s einen Streit mit einem anderen Pärchen: Die Frauen haben sich lautstark gestritten, die Männer haben aus sicherer Entfernung zugeguckt und die Kinder haben sich vertragen.“

Und auch die Menschen lieben das private Refugium am Wasser: winters, wenn der Steg stimmungsvoll geschmückt und beleuchtet wird, und sommers, wenn alles grünt und blüht. Gerne sitzt die Familie direkt am Wasser, wo ein startbereites Kanu zur Tour de Kanal einlädt, vorausgesetzt man hat tatkräftige Unterstützung, wie Dorothea Grünberger warnt: „Flussabwärts kommt gleich das Wehr, also braucht man immer einen starken Mann, der hilft, flussaufwärts gegen die Strömung zu fahren.“

 

Artikel vom 01.09.2010 © Eßlinger Zeitung

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Leser-Kommentare (1)

-› Artikel kommentieren

02.09.2010 22:30 von Karla Humburg-Wallis

Liebe Grünbergers. Ich möchte Danke sagen! Dafür, dass ich immer, wenn ich am Neckar entlang gehe, diese wundervolle Vielfalt genießen kann. Es ist einer der schönsten Anblicke für mich. Wechselnd mit den Jahreszeiten und Lichtstimmungen, zaubert dieser Anblick ein Lächeln auf das Gesicht des Betrachters. Alle meine Gäste machen Bilder davon.


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