Leuchtende Beispiele
Straßenlampen brauchen immer weniger Energie - LED-Technik langsam aber sicher auf dem Vormarsch
Energiefressende Glühlampen werden seit Anfang der 80er-Jahre nicht mehr verwendet, und auch andere Varianten wie Quecksilberdampfhochdrucklampen oder konventionelle Leuchtstofflampen rücken ob ihres vergleichsweise hohen Energiebedarfs in den Hintergrund. Als die derzeit wirtschaftlichste Lösung gilt die Natriumdampfhochdrucklampe, wie sie in Esslingen seit Anfang der 90er-Jahre fast ausschließlich für neue Straßenbeleuchtungsanlagen eingesetzt wird. „Das ist im Moment das Effizienteste“, versichert Kegler, zumal die Lichtausbeute höher sei als die von LED-Lampen. Und: Die LED-Leuchten sind laut Uwe Heinemann noch etwa zwei bis drei Mal so teuer wie die Natriumdampflampen. Was aber nicht heißt, dass der Baubetrieb nicht schon fleißig mit der Zukunftstechnologie experimentiert, von der mancher sich nach den Worten von Kegler „wahre Wunderdinge“ verspricht. So werden im Neubaugebiet Breite in der Pliensauvorstadt vier LED-Lampen getestet, die Dioden werden in Verkehrsampeln eingebaut und auch auf der Sirnauer Brücke in den Neckarwiesen stehen Lampen mit Leuchtdioden als leuchtende Beispiele.
Wo Licht ist, da ist auch Schatten
Im letzteren Fall werden nicht nur die Vorteile, sondern auch die Nachteile deutlich. Die LED-Lampen richten ihr Licht trotz aufwendiger Verspiegelungen im Leuchtkörper recht punktuell auf die Straße, wodurch ein Wechselspiel von Licht und Schatten ensteht. Für manche Autofahrer könnte dies irritierend sein. Dieser Mangel ist aber teilweise schon behoben worden. Probleme bereitet auch die hohe Wärmeentwicklung in den Lampen, weshalb diese auf technisch hohem Niveau konstruiert werden müssen, um eine lange Lebensdauer von etwa zehn Jahren zu garantieren. Und das hat seinen Preis.
„Wir warten die bessere Technik ab“, sagt Uwe Heinemann mit Blick auf die großflächige Einführung von LED-Lampen. Was die Zeit noch bringen soll, sind günstigere Preise, die dann zu erwarten sind, wenn die Technik in großen Stückzahlen produziert wird. In Esslingen gibt es übrigens eine besondere Nähe zum Thema LED. Schließlich entwickelt und produziert die PSI-Gruppe auf dem ehemaligen Panasonic-Gelände in den Neckarwiesen Beleuchtungssysteme auf der Basis von Leuchtdioden mit dem Schwerpunkt auf Straßen- und Außenleuchten.
Den Energieverbrauch zu senken, ist Bestandteil des ambitionierten Klimaschutzkonzeptes, das die Stadt Esslingen verfolgt. Positive Ergebnisse sind auch im Bereich der Straßenbeleuchtung messbar. „Seit 2004 haben wir den Stromverbrauch durch modernere Leuchtmittel um 24 Prozent gesenkt, obwohl wir insgesamt mehr Leuchtstellen haben“, sagen die Fachleute vom Bauhof. Die Wartungskosten seien im selben Zeitraum um etwa 20 Prozent gesunken. Was freilich nicht zurückgegangen ist, das sind die Energiekosten, weil die mit den Jahren beständig steigen. Die Stadt hat Anfang der 90er-Jahre ihr Straßenbeleuchtungsnetz an die Neckarwerke verkauft. Sie ist somit an den Straßenbeleuchtungstarif der Nachfolgerin EnBW gebunden.
Die Wartung und Modernisierung bestehender Anlagen und das Bemühen um mehr Energieeffizienz gehört zu den Daueraufgaben des städtischen Baubetriebs. Das betrifft etwa die vielen kandelaberartigen Leuchten in der Esslinger Altstadt. Sie werden umgerüstet und erhalten moderne Leuchtkörper, die ein für das menschliche Auge angenehmes „warm-weißes“ Licht verbreiten. Später könnten auch diese Lampen mit Leuchtdioden ausgestattet werden.
Vandalen mit Luftgewehr
Übrigens: Der Rückgang der Wartungskosten könnte deutlich größer sein, würde es nicht vermehrt Schäden durch Vandalismus und Unfälle mit Fahrerflucht geben. So sind die Bodenstrahler in der Bahnhofstraße häufig eingeschlagen worden - derzeit werden sie gar nicht erst wieder in Betrieb genommen. Kugelleuchten im Schulzentrum Nord oder anderswo sind beliebte Ziele der Zerstörung. So berichtet Ingo Kegler von einer Kugellampe auf der Burg, in der sich 50 Luftgewehrkugeln fanden. Dazu kommen Beschädigungen entlang von Staffeln wie der Zollbergstaffel oder in Unterführungen. Masten werden angefahren, die Unfälle oft nicht gemeldet und vom Täter fehlt jede Spur.



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