Die Lehrzeit in den Gemeinden geht zu Ende
KREIS ESSLINGEN: Vier Vikarinnen werden im Evangelischen Kirchenbezirk Esslingen ordiniert - Alle verlassen den Landkreis
(urh) - Zweieinhalb Jahre lang haben Theresa Haenle, Katja Pfitzer, Sarah Reyer und Stefanie C. Siegel in Gemeinden des Evangelischen Kirchenbezirks Esslingen ihr Vikariat geleistet. Am Sonntag, 19. September, werden sie von Dekan Bernd Weißenborn in einem festlichen Gottesdienst ordiniert.
Die Ordination ist die Einführung in den Pfarrdienst und die Berufung zum Predigtdienst auf Lebenszeit. Sie erfolgt im Auftrag des Landesbischofs. „Ein Ordinationsgottesdienst ist ein Festgottesdienst für die Gemeinden, in denen die Ausbildung stattfand, und natürlich für den ganzen Kirchenbezirk. Es gehören auch die Freude und der Dank dazu, dass es in unserer Zeit Berufungen Gottes für den geistlichen Beruf gibt. Das ist nichts Selbstverständliches und lässt uns für die Zukunft unserer Kirche hoffen“, sagt Weißenborn. Und nicht zuletzt sagen die Vikarinnen auch selbst ja zu ihrem Dienst als Pfarrerinnen.Ihre „Lehrzeit“ nach dem Theologiestudium haben Theresa Haenle in Aichwald, Katja Pfitzer in Plochingen, Sarah Reyer in Esslingen-Sulzgries und Stefanie Siegel in Oberesslingen verbracht. „Wir wurden sehr herzlich aufgenommen. Obwohl es nur auf Zeit war, haben sich die Menschen in den Gemeinden auf uns eingelassen“, erzählt Sarah Reyer. Sie hätten den Freiraum bekommen, neue Dinge anzustoßen und zu verwirklichen, ergänzt Katja Pfitzer. Auch Inhalte aus den Kursen, die sie begleitend zur Ausbildung in den Gemeinden im landeskirchlichen Bildungszentrum in Stuttgart-Birkach besucht haben, konnten die Frauen in die Gemeindearbeit einbringen. Ein Ausbildungspfarrer stand ihnen dabei in ihren Gemeinden zur Seite.„Das Vikariat ist dazu da, sich im guten Sinne auszuprobieren, die eigenen Stärken und Schwächen zu erkunden. Deshalb ist es wichtig, dass Vikare in dieser Zeit des Lernens und Tastens Gestaltungsfreiräume bekommen“, betont Dekan Weißenborn, der sich gerne an seine Zeit als Vikar erinnert. „Man bekommt die erste Verantwortung übertragen. Doch es darf auch mal was daneben gehen. An diesen Erfahrungen kann man wachsen“, sagt Weißenborn, der auf seiner früheren Pfarrstelle in Metzingen selbst Ausbildungspfarrer war. Für die Vikarinnen beginnt nach der Ordination die dreijährige Zeit als Pfarrerinnen zur Anstellung. Theresa Haenle wird zunächst für zwei Jahre als Theologische Assistentin zum Lutherischen Weltbund nach Genf gehen. „Das war meine Wunschstelle. Dort kann ich meine Auslandserfahrungen vom Studium in Frankreich nutzen und über den Tellerrand schauen“, freut sie sich. Ihre drei Kolleginnen werden als Pfarrerinnen zur Dienstaushilfe bei Dekanen eingesetzt: Stefanie Siegel in Brackenheim, Sarah Reyer in Besigheim und Katja Pfitzer in Bad Urach. „Wir bekommen dort Einblicke in Gremienarbeit und in unterschiedliche Gemeinden, wo wir Vertretungsdienste übernehmen. Da kann man viel für die künftige Gemeindearbeit lernen“, ist Stefanie Siegel überzeugt. Nach Esslingen werden wegen des Wechsels im Amt des Dekans zunächst keine Vikare zur Ausbildung kommen.



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