Polizei fahndet nach Golf-Fahrer
ESSLINGEN: Nach tödlichem Unfall auf der Kiesstraße werden Zeugen gesucht
Wie berichtet wollte der 52-jährige Mann, der zuletzt keinen Wohnsitz hatte, offenbar am Samstagmorgen gegen 1.55 Uhr die Kiesstraße zwischen Maillekreuzung und Wolfstor überqueren. Er kam nicht weit: Ein Auto, das auf der linken der beiden Fahrspuren aus Richtung Maille-kreuzung unterwegs war, erfasste ihn und schleuderte ihn auf die Straße. Der Fahrer oder die Fahrerin fuhr davon, ohne sich um den offensichtlich schwer verletzten Mann zu kümmern. Eine Autofahrerin, die kurz darauf an der Unfallstelle vorbeikam, rief die Polizei. Ein Notarzt versuchte den 52-Jährigen wiederzubeleben, was zunächst auch gelang. Doch am Samstagabend starb der schwer verletzte Mann in einem Stuttgarter Krankenhaus.
Ob der 52-jährige Mann betrunken war, als er angefahren wurde, ist laut Polizei nicht geklärt. „In so einem Fall ist keine Blutprobe vorgesehen“, sagte Polizeisprecherin Christine Menyhart gestern. Auch die Obduktion des Mannes, die der Staatsanwalt für gestern angeordnet hatte, werde darüber keinen Aufschluss geben.
Spuren am Unfallort helfen den Beamten, den Unfallflüchtigen zumindest ein Stück weit einzukreisen: „Wir haben an der Unfallstelle Glassplitter eines Abblendlichts gefunden, die von einem VW Golf III stammen“, sagte Menyhart. Wer seit Samstag ein Auto dieses Typs mit beschädigter Front gesehen habe, solle sich deshalb bei der Polizei melden. „Bei Golf III denken die meisten an ein Steilheck, aber es kann auch ein Kombi oder ein Cabrio gewesen sein“, gibt Menyhart zu bedenken.
Die Kleidung des Toten hat die Esslinger Polizei inzwischen an das Kriminaltechnische Institut des Landeskriminalamtes geschickt. „Wir hoffen, dass dort weitere Spuren gefunden werden, zum Beispiel Lacksplitter des Autos, die uns Aufschluss über die Farbe geben könnten“, sagte Menyhart.
Die Polizeidirektion Esslingen hat eine sechsköpfige Ermittlungsgruppe „Kiesstraße“ für die Suche nach dem Fahrerflüchtigen eingesetzt. Sie haben am Wochenende unter anderem damit begonnen, an der Kiesstraße von Haus zu Haus zu gehen und die Bewohner zu fragen, ob sie etwas gesehen oder gehört haben. Bisher führten aber weder die Beobachtungen der Nachbarn noch andere Hinweise von Zeugen zu einer heißen Spur.



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