Unbeschwert spielen
ES-SULZGRIES: Weltspieltag auf dem Aktivspielplatz Raunswiesenweg zieht 50 Kinder an - „Grünes Idyll“
Auch in Esslingen fand wie vielerorts in Deutschland eine Spielaktion zum Weltspieltag des Deutschen Kinderhilfswerks statt. Mit diesem Tag sollen die Bedeutung des Spielens für Kinder ins Bewusstsein gerufen und die Akzeptanz für spielende Kinder erhöht werden. Anders als in den vergangenen Jahren fanden die Esslinger Aktionen in diesem Jahr nicht in der Stadtmitte sondern auf dem Aktivspielplatz Raunswiesenweg in Sulzgries statt.
Kinderlachen erfüllte am Freitag die Luft, das Geräusch emsigen Hämmerns und Sägens drang ans Ohr, von einer Feuerstelle stieg Rauch auf, auf dem Grill brutzelten Würste, und Anke Spieth blickte mit zufriedener Miene in die Runde. „Ein grünes Idyll und eine der schönsten Spielflächen in Esslingen“, sagte sie und wies auf das Hanggrundstück des Aktivspielplatzes Raunswiesenweg. Dort fanden, inmitten alter Obstbäume und versteckt hinter hohem Gebüsch, die Spiel- und Bastelaktionen statt, die während des Weltspieltags des Deutschen Kinderhilfswerks angeboten wurden.Spieth hat die Esslinger Angebote organisiert und zeigte sich angesichts eines Zulaufs von etwa 50 Kindern, die während des Tags über den Platz tollten, „durchaus zufrieden“. Unterstützung erhielt Spieth von Sophie Tilitzki, der Leiterin der Jugendgruppe des THW Ostfildern. Die Jugendlichen betreuten das Lagerfeuer und legten beim Hüttenbau kräftig mit Hand an. Carla Buschmann von Rosas Ranch in Oberesslingen und einige Helferinnen bereicherten den Nachmittag mit drei Ponys und einer Ziege.
Spielraum ist schon da
Anders als in anderen Städten und im Gegensatz zu den vorhergehenden Jahren wurde in Esslingen für die Aktionen kein zentraler Ort gewählt. Sinn des Tags sei zwar, in dichtbesiedelten Stadtquartieren das Spielen an Plätzen zu ermöglichen, die im Normalfall nicht als Spielplätze zur Verfügung stünden, sagte Spieth. „Es soll darauf hingewiesen werden, dass Kinder ein Recht auf Spielraum haben, auch in der Stadt“, erläuterte Spieth. Dies habe allerdings in der Vergangenheit dazu geführt, dass etwa in der Bahnhofstraße „mit großem Aufwand und kostspielig“ für einen Tag eine Spielstraße aufgebaut wurde.
Daher sei der Weg gewählt worden, zu zeigen, „dass der Platz bereits da ist, er ist nur nicht bekannt“, sagte Spieth. Der Aktivspielplatz sei zusammen mit einer angrenzenden Spielfläche und dem Bolzplatz nicht zuletzt „für Kinder aus der Innenstadt ein idealer Spielraum, leicht erreichbar, mitten in der Stadt und nah an der Natur“.
Eltern wie Kinder äußerten sich begeistert. „Es ist ein tolles Gelände“, sagte Birgit Düdders aus Sulzgries, die mit ihren drei Söhnen den Platz besuchte. Ihre Kinder könnten unbeschwert und ohne Gefährdung durch Autos spielen und toben. „Bei drei Jungs wird es eben auch einmal lauter, und das ist im Wohngebiet nicht bei allen gern gesehen.“
Warme Erdkröte
Der elfjährige Jan hatte sein eigenes Naturerlebnis. Ein erwachsener Besucher hatte eine Erdkröte gefunden und den Kindern gezeigt. Jan wagte sich zögerlich daran, das kleine braune Tier in die Hand zu nehmen. „Ich hätte nie gedacht, dass sich das so warm und so zart anfühlt“, schwärmte er. Elena und Anna hingegen hielten es eher mit Handfesterem. Nachdem die beiden Sechsjährigen eine Runde auf den Ponys geritten waren, spielten sie Reiten auf dem hölzernen Spielpferd des Platzes. „Wenn es hier richtige Pferde gäbe, dann wäre es erst richtig gut“, befanden sie.



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