Hilfe für 13-jährige Amoena
ESSLINGEN: Typisierungsaktion für Leukämiepatientin
(bes) - Fröhlich lächelt Amoena von tausenden Plakaten, macht den Osterhasen: Doch der erste Eindruck täuscht. Mit dem sympathischen Foto wird auf das Schicksal der 13-jährigen Esslingerin und auf eine Typisierungsaktion am 27. März aufmerksam gemacht. Denn die leukäiekranke Amoena braucht dringend eine Stammzellentransplantation.
Dutzende engagierter (Mit-)Schülerinnen und Schüler haben in Esslingen und der Region in den vergangenen Tagen in Cafés, Schulen, Läden und anderen Einrichtungen das Plakat verteilt: „Ich brauche Eure Hilfe!“ steht da großgeschrieben drauf. Erst in den Herbstferien wurde bei der Esslinger Waldorfschülerin die aggressive, akute Leukämie festgestellt - nun wird für sie, die seit der Diagnose im Stuttgarter Olgäle liegt und bereits verschiedene Chemotherapieen durchmachen musste, dringend ein Stammzellenspender gesucht.Ihn zu finden ist alles andere als einfach. „Mehr als vier Millionen Menschen haben sich in Deutschland registrieren lassen und stehen in einer Datenbank. Weltweit sind es 13 Millionen. Doch für Amoena ist bisher kein passender Spender gefunden worden“, sagt Dagmar Holze-Böhmerle. Sie ist die Freundin von Amoenas Mutter, die rund um die Uhr bei ihrer kranken Tochter ist. Und ihre Tochter Julia ist die beste Freundin von Amoena: „Die beiden kennen sich von Kindesbeinen an.“Dagmar Holze-Böhmerle, Carola Orszulik und - trotz Abi-Stress - die 19-jährige Lea Gölz von der Waldorfschule haben sich vor Wochen zu einem engagierten Trio zusammengefunden, das in kürzester Zeit eine Typisierungsaktion gemeinsam mit der Deutschen Stammzellspenderdatei organisiert hat. Die Waldorfschule stellt dafür Aula und Klassenzimmer zur Verfügung.
Welle der Hilfsbereitschaft rollt
Was die drei Frauen ins Rollen gebracht und welche Welle der Hilfsbereitschaft sie ausgelöst haben, lässt sie selbst immer wieder staunen - wenn sie denn zum Luftholen kommen. „Am Tag gehen bis zu 60 E-Mails ein mit Nachfragen, wie denn geholfen werden könne“, schildert Carola Orszulik. Sie geht mittlerweile davon aus, dass am nächsten Samstag bis zu 4000 Menschen zur Aktion kommen werden: „Das ist realistisch.“ 42 Ärzte, Krankenschwestern und andere medizinische Fachkräfte haben sich bisher angemeldet, um unentgeltlich bei den Typisierungswilligen jeweils fünf Milliliter Blut abzunehmen. „Es wäre schön, wenn sich ein paar noch auf Abruf bereithalten könnten“, wünscht sich Dagmar Holze-Böhmerle.
Hoffen auf Spenden
Örtliche Geschäfte haben versprochen, kostenlos Teilnehmer und Helfer zu verpflegen. Es gibt eine Kinderbetreuung und eine große Tombola. Auch damit soll das Ganze finanziert werden. Denn jede Typisierung kostet 50 Euro. „Es wäre schön, wenn jeder Spender diese Kosten selbst bezahlen würde. Aber wir wollen natürlich nicht, dass jemand aus Kostengründen der Typisierung fernbleibt. Wir hoffen deshalb auf Spenden beispielsweise von Firmen“, sagt Carola Orszulik.
Stammzellenspender können übrigens alle gesunden Menschen zwischen 18 und 55 Jahren werden. Es dürfen keine ernsthaften Erkrankungen an Herz, Kreislauf, den inneren Organen oder am Blut- oder Lymphsystem vorliegen.
Amoena selbst setzt große Hoffnung in die Aktion. Das Foto für das Flugblatt, das sie so fröhlich zeigt, hat sie selbst ausgesucht. „Sie weiß, dass sie noch einen langen, schweren Weg vor sich hat, dass aber am Ende alles gut wird. Ihre Mutter und wir alle vermitteln ihr das“, betont Dagmar Holze-Böhmerle. Die 13-Jährige weiß auch, dass bei „ihrer“ Aktion vielleicht jemand gefunden wird, der als Stammzellenspender irgendwo auf der Welt einem Leukämiepatienten helfen kann. „Bei drei von tausend Dateimitgliedern kommt es jährlich zu einer Transplantation“, weiß Dagmar Holze-Böhmerle.
Die Typisierung findet statt am Samstag, 27. März, von 11 bis 17 Uhr in der Waldorfschule Esslingen in der Pliensauvorstadt, Weilstraße 90.



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