Karnevalisten übernachten in der Reichsstadt
ESSLINGEN: OB empfängt närrisches Volk - Hoffnung auf Fernseh-Prunksitzung
(gvl) - Wer sind die Besten im karnevalistischen Tanzsport? Um das herauszufinden, trafen sich am Wochenende Gardetänzerinnen und -tänzer aus Faschingsvereinen der gesamten Republik in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle. Begleitet wurden die Akteure selbstverständlich von ihren Vereinen beziehungsweise Vereinsvorsitzenden. Und da diese in Esslingen übernachteten, ließ Oberbürgermeister Jürgen Zieger es sich nicht nehmen, die Herrschaften im Alten Rathaus zu empfangen.
Schließlich sei er als Rheinländer dem Karneval „genetisch-pathologisch zugetan“, erklärte der OB den gut 85 zumeist älteren, ordensgeschmückten Herren und auch einigen Damen im Bürgersaal. Der habe, da er auch als Ratssaal genutzt werde, übrigens manche Rede erlebt, die durchaus an Karnevalsreden erinnert hätte, befand Zieger. Er lobte die aktiven einheimischen Karnevalsvereine für ihr unermüdliches Engagement und freute sich, dass das Fernsehen im nächsten Jahr wieder eine Faschingssitzung aus Esslingen übertrage, „wenn ich die Zeichen richtig deute“. 2008 hatte der Gemeinderat gegen die Stimmen von SPD und OB Zieger entschieden, der Gesellschaft Zwieblingen 17 000 Euro Zuschuss für eine Fernsehprunksitzung aus Esslingen zu streichen. Damit war die Fernsehübertragung 2010 ausgefallen.
Verhandlungen mit dem SWR
In der Zwischenzeit haben sich die Karnevalisten anderweitig umgesehen, es sehe zwar gut aus, doch noch sei nichts endgültig entschieden, erklärte Gerhard Worbach, seines Zeichens Vize-Vorsitzender des Landesverbands Württembergischer Karnevalsvereine und Präsident der Zwieblinger: „Wir verhandeln noch mit dem SWR.“
Worbach war nach längerem Krankenhausaufenthalt mit Gehhilfe zum Empfang ins Rathaus gekommen. Er freute sich über die lobenden Worte von OB, dem Präsidenten der Württembergischen Karnevalsvereine Bernd Lippa und dem Chef vom Bund Deutscher Karneval Volker Wagner. Sie alle würdigten sein Bemühen, die Deutschen Meisterschaften im karnevalistischen Tanzsport nach Bad Cannstatt zu holen. Worbach hatte sich in seinem Engagement für die Veranstaltung durch seinen Klinikaufenthalt nicht abbringen lassen. „Ich habe vom Krankenbett aus den Kartenvorverkauf organisiert. Da hat bis zu 50-mal am Tag das Telefon geklingelt“, erzählt er und lacht.



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