Vereine sollen für Plakatierung mehr bezahlen
ESSLINGEN: Verwaltungsausschuss billigt eine Gebühr von einem Euro pro Plakat
Auch die Esslinger Vereine sollen einen Beitrag zur Konsolidierung des städtischen Haushalts leisten. Wenn sie künftig auf Plakaten für Vereinsfeste, Konzerte oder Sportveranstaltungen werben, müssen sie höhere Gebühren bezahlen.
Einstimmig habe der Verwaltungsausschuss eine entsprechende Vorlage der Stadt angenommen, bestätigt Rathaussprecher Roland Karpentier auf Anfrage. Demnach sollen Vereine zusätzlich zu der bisher geltenden Verwaltungsgebühr von 36 Euro pro Aktion für jedes Plakat, das sie für maximal zwei Wochen am Straßenrand aufhängen dürfen, einen Euro bezahlen. Für Werbebanner, wie sie zum Beispiel regelmäßig an der Adenauerbrücke hängen, sind fünf Euro fällig. „Wir denken, dass diese Beträge noch zu verantworten sind“, sagt Ordnungsamtsleiter Gerhard Gorzellik. Und Pressesprecher Roland Karpentier ergänzt, die Werbung sei in Esslingen im Vergleich zu anderen Städten bis jetzt sehr günstig gewesen.Bei den Betroffenen hält sich das Verständnis dennoch in Grenzen. „Warum ausgerechnet die Vereine, die in der Stadt etwas bewegen, zur Kasse gebeten werden, können wir nicht verstehen“, sagt Rudolf Aigner, Vorstandsmitglied des Schwimmsportvereins Esslingen. Der SSVE hat bislang für die Heimspiele der Bundesliga-Wasserballer sowie für Turniere und Events auf Plakaten geworben - alles in allem knapp 20 Veranstaltungen pro Jahr mit jeweils 60 Plakaten. Bei einer Gebühr von einem Euro pro Plakat seien das mehr als 1000 Euro, rechnet Aigner vor. „Das kann unser Verein nicht so ohne weiteres wegstecken.“ Harald Lupp vom KSV Esslingen sieht noch ein anderes Problem: Oft seien die begehrten Standorte entlang der Ringstraße schon fast lückenlos zuplakatiert. „Wenn wir dann für 35 Plakate bezahlen müssen, aber nur zehn aufstellen können, wäre das schon ärgerlich.“ Genau diese Plakatflut hofft man bei der Stadt mit der neuen Gebührensatzung einzudämmen: „Sicher wird die Gebühr auch dazu führen, dass sich der eine oder andere Veranstalter ein wenig einschränkt, was bestimmt kein Nachteil ist“, sagt Gorzellik.Neben den Vereinen will die Stadt deshalb auch kommerzielle Anbieter stärker zur Kasse bitten. Lag die Höchstgebühr für sie bislang bei 20 Euro pro Plakat, soll die Spanne auf bis zu 50 Euro erhöht werden. Gerade bei umsatzträchtigen Veranstaltungen wie dem Volksfest solle dieser Rahmen ausgeschöpft werden, sagt Gorzellik. Weiterhin kostenlos darf dagegen im Wahlkampf plakatiert werden. Sechs Wochen vor einer Wahl sind die Parteien von den Gebühren befreit.



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