Handwerk feilt am Image
ESSLINGEN: Bundesweite Kampagne erreicht den Kreis - Ausstellung in der Alten Feuerwache zeigt die Stärken
Ein Berg von Kieselsteinen führt vor Augen, wie wichtig das Handwerk in der Region Stuttgart ist. 200 000 Kieselsteine stehen für die Mitarbeiter in diesem Wirtschaftszweig. Im Vergleich dazu wirkt die Pyramide nebenan eher bescheiden. Sie veranschaulicht, dass in der Autobranche nur recht halb so viele Menschen ihr Geld verdienen. Ein anderer Vergleich betrifft die Vielfalt der Ausbildungsberufe. Der Haufen für das Handwerk zählt 119 Steine, der für die Büro-und Verwaltungsbranche gerade 63. Für viele Betrachter dürfte auch diese Gegenüberstellung überraschend sein. Denn zu den verbreiteten Zerrbildern gehört bis heute, das Handwerk bestehe nur aus Maurern und Schreinern.
In anderen Städten waren die schweren Kästen auf Straßen und Plätzen zu sehen, wie Bernd Kistenfeger erläutert. Dem Pressesprecher der Handwerkskammer in der Region Stuttgart zufolge wandte sich die Aktion dort vornehmlich an Passanten. Dass in Esslingen mit der Alten Feuerwache ein Gebäude gewählt wurde, galt im Vorfeld eher als Notlösung. Angesichts des Wetters kann Kreishandwerksmeister Manfred Scharpf dieser Entscheidung nun aber positive Seiten abgewinnen. Er setzt vor allem am Samstag auf regen Besuch.
Zweiter Anlauf für Werbefilm
Neben den Kieselsteinen gehören Plakate und schriftliche Informationen zu der Aktion. Außerdem wird ein kurzer Werbefilm gezeigt. Er soll die Botschaft transportieren, die Menschheit würde ohne Handwerk heute noch in der Steinzeit leben. Dass die holzschnitzartige Machart ihre Tücken hat, mussten die Auftraggeber im Januar erleben. Da war ihr Beitrag drei Tage lang am Ende der Tagesschau zu sehen. Nach den Nachrichten über das Erdbeben in Haiti kamen die Bilder von einstürzenden Mauern, mit denen der Ruf nach dem Handwerk unterstrichen werden sollte, beim Publikum aber nicht mehr gut an. Erst am 13. März soll der Streifen wieder drei Wochen auf Sendung gehen.
Die Botschaft der Aktion ist trotz des Rückschlags klar. „Wir müssen uns nicht verstecken“, sagt Manfred Scharpf. Mit 25 000 Beschäftigten sei das Handwerk im Kreis Esslingen der größte Arbeitgeber. Diese Tatsache gelte es ins Blickfeld zu rücken. Auch die junge Generation hat er im Auge. Sie soll erkennen, dass auf diesem Feld trotz Wirtschaftskrise große Zukunftschancen locken. Solches Werben um den Nachwuchs kommt nicht von ungefähr. 2009 ist es dem Handwerk wiederum nicht gelungen, alle Ausbildungsplätze zu besetzen.
Die Ausstellung in der Alten Feuerwache ist bis 14. März täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet.



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