Eine Rechnung mit vielen Unbekannten
ESSLINGEN: Mit flexiblen Schulbezirken will die Stadt die Klassengrößen an den fünf neuen Werkrealschulen vorerst noch steuern
In einem aufwendigen Verfahren hat das städtische Schulamt jetzt abgeklärt, in welche Werkrealschulen welche künftigen Fünftklässler ab dem nächsten Schuljahr gehen sollen. Vier flexible Pufferzonen in fünf Schulbezirken sollen dafür sorgen, dass man die Fünfer gleichmäßig auf die angepeilten elf Züge in der Stadt verteilen kann.
Den derzeitigen Viertklässlern, die aus ihrer Grundschule die Empfehlung Hauptschule/Werkrealschule mit auf ihren weiteren Weg bekommen, stehen nach der Konzentration der neun Esslinger Hauptschulen ab Herbst fünf zweizügige Werkrealschulen zur Verfügung. Sie sind windrosenartig über das Stadtgebiet angeordnet.Spätestens zum 31. Juli 2016 können die künftigen Werkrealschüler ebenso wie die Realschüler und Gymnasiasten ihre Schule wählen. „Wir gehen dann auch davon aus, dass die einzelnen Schulen ihre Profile so weit ausgebildet haben, dass sie als Wahlkriterien eine Rolle spielen können“, so Schulamtsleiter Horst Reutter. Zudem hoffe man darauf, dass das Land bis dahin tatsächlich den Klassenteiler auf 28 Kinder heruntergeschraubt habe.Doch um zu verhindern, dass im nächsten Schuljahr an einer Schule die Klassen zu groß werden, während an einem anderen Standort die notwendigen zwei Klassen nicht zustande kommen könnten, will die Stadt vorerst noch die Schülerbewegungen steuern. Die bisherigen Schulbezirke der Burg- und Schillerschule an der Klaraanlage werden ebenso wie die beiden Schulen zusammengelegt. Der Schulbezirk der bereits aufgelösten Mettinger Hauptschule wird der Adalbert-Stifter-Schule in der Pliensauvorstadt zugeschlagen, der Bezirk der aufgelösten Herder-Hauptschule kommt zur Lerchenäckerschule dazu. Und die Sulzgrieser Schüler sind der Wäldenbronner Schule zugeordnet.
Für den Fall der Fälle
Mit vier kleineren Puffern, jeweils im Grenzbereich zwischen zwei Schulbezirken, will die Verwaltung falls nötig den Ausgleich schaffen. Das Schulamt hat sich dazu die Hauptschülerzahlen aus den vergangenen fünf Jahren vorgenommen und geprüft, wie sie in den einzelnen Straßencarrees verteilt waren. Dabei ermittelte die Stadt vier Grenzbezirke, in denen die Schüler je nach Bedarf teilweise oder ganz sowohl der einen als auch der anderen Schule zugeschlagen werden können. Beide Alternativen sind mit Bus oder S-Bahn erreichbar. Reutter: „Wohin diese Schüler gehen, wird der zuständige Gemeinderatsausschuss von Schuljahr zu Schuljahr neu beschließen. Mit dieser Feinabstimmung bis in die einzelnen Baublöcke hinein können wir aber relativ flexibel reagieren.“
Anhand der Grundschulempfehlungen will die Stadt künftig in jedem einzelnen Fall prüfen, wo die Schüler wohnen, und sie dann den Schulbezirken zuordnen. Da in der Vergangenheit ein Drittel der Eltern die Hauptschulempfehlung für ihr Kind nicht akzeptieren wollte und in das sogenannte Beratungsverfahren gezogen ist, kann die Verwaltung aber erst Anfang Mai mit wirklich belastbaren Zahlen rechnen. Reutter: „Wir können auch überhaupt noch nicht abschätzen, ob die Akzeptanz der künftigen Werkrealschule bei den Eltern größer sein wird als die der Hauptschule.“
vier schnittbereiche
I n Mettingen geht es um die östliche Stadtteilhälfte. Im Regelfall gehen die Werkrealschüler dort in die Pliensauvorstadt. Klemmt es, können sie auch der Innenstadt zugeordnet werden.
Pufferzone ist auch die östliche Pliensauvorstadt. Dort können die Kinder sowohl der Adalbert-Stifter-Schule als auch der Berkheimer Schillerschule zugeteilt werden.
Zwischen St. Bernhardt und der Innenstadt gibt es einen Zipfel, der bislang zur Innenstadt gehört. Notfalls können Schüler von dort aus auch nach Wäldenbronn umgeleitet werden.
Für mehr Flexibilität sorgt auch eine Schnittzone zwischen der Innenstadt und Oberesslingen, die bislang allein Oberesslingen zugeordnet war.
Die Zeller Fünftklässler haben die Wahl zwischen Altbach oder einer der Esslinger Werkrealschulen - solange Altbach nicht selbst eine hat.



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