Ministerin soll Schulen besuchen
Kreis Esslingen (biz) - Die Lehrergewerkschaft GEW Esslingen-Nürtingen hat sich jetzt bei der neuen Kultusministerin Marion Schick für ihre Bereitschaft bedankt, ihre Ankündigung zum Dialog auch umzusetzen. Wie berichtet, will Schick die noch von ihrem Vorgänger geplante Kürzung der Lehrerstunden an landesweit rund 130 sogenannten Alterlass-Ganztagsschulen zum nächsten Schuljahr noch nicht umsetzen. Allein im Kreis Esslingen wären davon neun Brennpunkt-schulen betroffen gewesen - was zu heftigen Protesten der GEW, der Schulen, Eltern und Oberbürgermeister im Kreis geführt hatte.
„Keine Luxusausstattung“
Der von Schick angekündigte Aufschub um ein Jahr stellt den GEW-Kreisvorsitzenden Hans Dörr allerdings nicht zufrieden. Er fordert die neue Kultusministerin auf, sich bei einem Besuch der Schulen persönlich davon zu überzeugen, dass die bisherige Lehrerversorgung mit zusätzlichen zehn Wochenstunden für die Grundschulen und sieben für die Hauptschulen weit von einer Luxusausstattung entfernt sei. Fünf zusätzliche Lehrerstunden für gebundene Klassen an Hauptschulen, wie sie die ab 2006 genehmigten neuen Ganztagsschulen im Brennpunkt bekommen und die das Ministerium auch für die Alterlass-Schulen zum Maß der Dinge machen will, seien eindeutig nicht ausreichend.
Bayern macht es besser
Dörr wies die neue Kultusministerin in seinem Schreiben darauf hin, dass ihr Heimatland Bayern die gebundene Ganztagsschule durch eine Zuweisung von zusätzlichen zwölf Lehrerwochenstunden sowie 6000 Euro für externe Kräfte pro Klasse und Jahr fördere. Grundschulen erhielten zehn Lehrerwochenstunden und 3000 Euro für externe Kräfte.
Eine Ganztagsschule, die ihren Bildungs- und Erziehungsauftrag ohne Abstriche umsetzen wolle, benötigt laut Auffassung des GEW-Kreisvorsitzenden als Grundausstattung die Lehrerversorgung, die die neun Alterlass-Ganztagsschulen auf Dauer haben müssten. Dörr fordert, auch alle anderen Ganztagsschulen personell so auszustatten, „dass dort qualitativ gute pädagogische Arbeit geleistet werden kann“.



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