Hoffen auf den März als „Monat der Autokäufer“
KREIS ESSLINGEN: Zulassungszahlen bei neuen Personenwagen um fast 25 Prozent geschrumpft
(red) - Um fast 25 Prozent sind die Zulassungszahlen bei neuen Personenwagen geschrumpft, um fast 22 Prozent gingen die Besitzumschreibungen
bei den Gebrauchten zurück. Diese Zahlen, die die Zulassungsstelle des Landratsamtes Esslingen für den Februar meldet, lösen
bei der Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart keine Freude aus.
Deren Vorsitzende Mandy Petermann-Wörz hofft, dass sich das Geschäft jetzt wieder etwas belebt: „Der März ist der Monat der Autokäufer. Wir hoffen, dass der Frühling wieder mehr Autokäufe bringt.“ Der Februar 2009 hatte dank Abwrackprämie einen Zulassungsboom gebracht, der Vergleichsmonat in diesem Jahr brachte nun den befürchteten Rückgang. Das Ergebnis im Kreis Esslingen liegt nach den Zahlen des Landratsamts etwas besser als der Bundesdurchschnitt. „Minus 30 Prozent“, meldet das Kraftfahrtbundesamt aktuell für ganz Deutschland, im Kreis Esslingen blieb es bei minus 24,9 Prozent.In absoluten Zahlen heißt das, dass statt 1673 Autos wie im Vorjahr nur noch 1256 zugelassen wurden. Die Hoffnung der Autohäuser, dass der Gebrauchtwagenmarkt stabilisierend wirken könnte, erfüllte sich nicht. Der Rückgang bei den Besitzumschreibungen ist mit 21,8 Prozent zwar etwas geringer als bei den Neuzulassungen. Aber umgeschrieben wurden nur noch 2859 statt 3654 Gebrauchtwagen, also 795 weniger. Mandy Petermann-Wörz: „Berücksichtigt werden muss dabei, dass in dieser Zahl auch die Privatverkäufe enthalten sind. Im Bereich der hochwertigen Gebrauchten, den die Autohäuser abdecken, wird der Rückgang wohl auf dem Niveau der Neuwagen liegen.“ Die Hersteller, so die Kreisvorsitzende, hätten inzwischen reagiert: „Im Privatkundenmarkt gibt es viele attraktive Angebote. Die Zeit, ein Auto zu kaufen, war selten günstiger.“ Riesenrabatte, die immer wieder durch die Medien geisterten, hätten sich zwar als „Enten“ entpuppt, „aber die Hersteller haben durchweg hervorragend ausgestattete Fahrzeuge zu optimalen Finanzierungskonditionen auf den Markt gebracht“. Feilschen sei das überflüssig, „besser geht’s nicht“.
Schnäppchen-Datenbanken
Die Vertreterin der Autohändler weist in diesem Zusammenhang auf den gern als „Rabattpapst“ bezeichneten Professor Ferdinand Dudenhöffer hin: Er liefere die an seinem Institut erstellten Schnäppchen-Datenbanken den Medien. Mandy Petermann-Wörz: „Da ist dann oft von Riesenrabatten die Rede. Allerdings gehen er und seine Studenten nicht in die Autohäuser feilschen. Sie werten aus, was die Hersteller an Sonderaktionen anbieten, vergleichen das Ergebnis mit den Listenpreisen und geben diesen Vergleich weiter.“
Dass der Privatkundenmarkt allein ausreichend Schwung ins Geschäft bringt, glaubt Mandy Petermann-Wörz nicht. Die Innung plädiere seit Monaten für ein Förderprogramm für mittelständische Betriebe, um besonders jenen zu helfen, die filterlose Alt-Diesel loswerden wollten, die ab Mitte des Jahres nicht mehr nach Stuttgart und in andere Umweltzonen dürften: „Aber die Regierung sitzt die Entwicklung im Moment lieber aus.“


