„Black Jackets“- Prozess geht weiter
Stuttgart/Esslingen (daw ) - Weil die 2. Große Jugendkammer des Stuttgarter Landgerichts am ersten Tag des Prozesses gegen die „Black Jackets“ mit einer Reihe von Anträgen konfrontiert worden war, hatte die Vorsitzende Richterin Sina Rieberg das Verfahren in der vergangenen Woche unterbrochen. Heute wird der Prozess gegen die 21 jungen Männer aber fortgesetzt. Die 17- bis 24-Jährigen sitzen wegen des brutalen Überfalls im Hof der Waisenhofschule auf der Anklagebank, bei dem sie im Sommer des vergangenen Jahres einen 26-Jährigen fast zu Tode geprügelt hatten. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten dreifachen versuchten Mord, sechsfache gefährliche Körperverletzung sowie schweren Landfriedensbruch vor. Kurz nach Beginn des Mammutprozesses am vergangenen Mittwoch hatte der Verteidiger eines Angeklagten einen Befangenheitsantrag gegen die Vorsitzende Richterin und ihre Kollegin Susanne Pfeiffer gestellt. Dabei ging es um eine Besuchserlaubnis für zwei Freunde eines Angeklagten.
Gericht wird gerügt
Im Laufe der Verhandlung gegen die 21 Männer kamen weitere Anträge hinzu: So wurde zum einen die Zusammensetzung der Schöffen gerügt und zum anderen bemängelt, dass die Tagesordnung der Gerichtssitzung zwar vor dem Gerichtsgebäude in Stuttgart-Stammheim - dorthin wurde der Prozess aus Kapazitätsgründen verlegt - nicht aber am Landgericht in der Stadtmitte ausgehängt worden sei. Dies sei, so der Verteidiger in seinem Antrag, dem sich weitere Kollegen anschlossen, eine „unzulässige Beschneidung der Öffentlichkeit“.
Inzwischen sind die drei Anträge geprüft worden. Zu welchem Ergebnis das Gericht gekommen ist, wird in der heutigen Sitzung verkündet.
Der Prozess gegen die mutmaßlichen Mitglieder der „Black Jackets“ wird am heutigen Mittwoch um 9 Uhr im Mehrzweckgebäude neben der Justizvollzugsanstalt in Stuttgart-Stammheim, Asperger Straße 49, fortgesetzt.


