Sprachrohr für die Neckarwiesen
ESSLINGEN: Die 26-jährige Hannah Schröder-Klings ist neue Gewerbegebiets-Managerin
In ihrem Bemühen, das Gewerbegebiet Neckarwiesen attraktiver zu machen, bekommt die neu gegründete Standortinitiative professionelle
Unterstützung. Seit Anfang November ist dort eine hauptamtliche Gewerbegebiets-Managerin tätig. Esslingen spielt damit bundesweit
eine Vorreiterrolle.
Hannah Schröder-Klings, die sich gegen rund 50 Bewerber durchgesetzt hat, ist in Esslingen keine Unbekannte. Die 26-Jährige, die an der Fachhochschule Nürtingen Stadtplanung studiert hat, hat vor zwei Jahren ein Praxissemester bei Citymanager Michael Metzler gemacht, in ihrer Diplomarbeit hat sie für die Esslinger Wirtschaftsförderung untersucht, wie sich Gewerbeflächen im Internet vermarkten lassen. Daher kennt die gebürtige Freiburgerin auch schon die Neckarwiesen: „Wir gehen deshalb davon aus, dass sie sich schnell einarbeiten wird“, sagt Ralf Wahlmeyer, Vorstandsmitglied der Standortinitiative Neue Neckarwiesen (SINN). In dem neu gegründeten Verein haben sich bislang 27 Unternehmen zusammengeschlossen mit dem Ziel, das in die Jahre gekommene Gewerbegebiet, in dem rund 4500 Menschen arbeiten, voranzubringen. Hannah Schröder-Klings soll daran tatkräftig mitwirken. Als erstes Projekt plant sie eine Umfrage bei allen 120 Firmen in den Neckarwiesen: „So will ich ein Gespür für die Probleme und Vorstellungen der Betriebe bekommen.“ Parallel dazu will sie ein Internetportal für das Gewerbegebiet aufbauen: Dort ist unter anderem eine Börse für Gewerbegrundstücke geplant. „Denn brachliegende Flächen sind etwas Totes und unattraktiv für jedes Gewerbegebiet“, sagt SINN-Sprecherin Elli Roderburg-Schnierle. Außerdem soll die Gewerbegebiets-Managerin, die ein Büro im Autohaus Jesinger bezogen hat, die Außendarstellung der Neckarwiesen verbessern und gemeinsame Projekte der ansässigen Firmen anstoßen, zum Beispiel in den Bereichen Ausbildung und Umweltschutz.
Finanzierung bis 2011 gesichert
Der städtische Wirtschaftsförderer Stephan Reichstein sieht Schröder-Klings aber auch als Schnittstelle zwischen Firmen und Stadt: Wenn sich ein Unternehmer mit einer Beschwerde oder einem Wunsch an die Stadt wende, könne man nun leichter herausfinden, ob es sich um ein generelles Problem oder eine Einzelmeinung handelt. „Wir haben nun ein eigenes Sprachrohr“, freut sich Roderburg-Schnierle.
Gesichert ist die Finanzierung der Arbeit zunächst bis Ende 2011. 28 000 Euro stammen aus den Beiträgen der Unternehmen, 110 000 Euro finanziert die Stadt und 147 000 Euro stammen aus Bundeszuschüssen. „Ziel ist es, dass die Arbeit dauerhaft weitergeführt wird“, betont Reichstein. Allerdings soll der finanzielle Beitrag der Betriebe deutlich erhöht werden. Hannah Schröder-Klings kann also auch selbst etwas dafür tun, dass ihr Job erhalten bleibt, in dem sie möglichst viele Firmen als Mitglieder für die Standortinitiative gewinnt.



