Spitzenergebnis trotz des verregneten Finales

ESSLINGEN: Mehr als 20 000 Besucher beim Kino auf der Burg - Unterhaltsamer Filmgenuss für alt und jung

 


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Von Gaby Weiß

Mehr als 20 000 Besucher, so schätzt Sibylle Tejkl von der Geschäftsführung des Kommunalen Kinos, waren in den vergangenen zwei Wochen zu Gast im Kino auf der Esslinger Burg. Aber nicht nur das schöne Wetter und die entspannte Stimmung, sondern auch die durchdachte Organisation, eine clevere Film-Auswahl und ein pfiffiges Rahmenprogramm machten das 17. Open-Air-Filmfestival über den Dächern der Stadt zum großen Erfolg. Den konnte nicht mal ein völlig verregneter letzter Abend schmälern. Das Kino auf der Burg wurde präsentiert von der Eßlinger Zeitung sowie unterstützt von Volksbank Esslingen und Sony Ericsson.

 

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Das beste Wetter seit 2004

„Wir hatten das beste Wetter seit 2004“, erinnert sich Stephanie Schnäbele, die ebenfalls in der Geschäftsführung mitarbeitet. Allein „Der Vorleser“, wo es pünktlich zur Kassenöffnung zu regnen begann und zum Filmbeginn wieder aufhörte, blieb hinter den Erwartungen zurück. Und natürlich der Final-abend am Samstag, wo der Himmel kurz vor 20 Uhr alle Schleusen öffnete und wirklich nur die treuesten Filmfans durchhielten, unter Schirmen und Folien Schutz suchten und sich vom Abschlussfilm „Kleine Verbrechen“ ins sonnendurchflutete Griechenland entführen ließen. Koki-Geschäftsführer Stefan Hart zieht trotz dieser beiden kleinen Dämpfer eine rundum positive Bilanz des jüngsten Festivals: „Wir sind sehr zufrieden. Wir hatten eine gute Auslastung und zwei komplett ausverkaufte Abende, an denen wir leider sogar Menschen wieder heimschicken mussten.“

Und es waren nicht nur die großen Produktionen, die zu den Aktivposten gehörten: Auch kleine, aber feine Filme wie „Sunshine Cleaning“ oder „C’est la vie“ lockten viele Besucher auf die Burg. Der Familientag mit „Kung Fu Panda“ war nicht so gut besucht wie erwartet, wobei die ermäßigte Familienkarte stark nachgefragt wurde: „Unserem Ziel, die verschiedenen Generationen anzusprechen, sind wir wieder ein Stück näher gekommen. Wir hatten Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene, Eltern und Großeltern gemeinsam auf dem Platz“, freut sich Sibylle Tejkl. Und weil ein perfektes Kino auf der Burg auch im 18. Jahr immer noch ein bisschen verbessert werden kann, gibt es in den nächsten Wochen intensiven Austausch zwischen Geschäftsführung, Vorstand und Helfern, wie Sibylle Tejkl berichtet: „Wir wollen uns nicht ausruhen, sondern weiter verbes sern. Optimieren kann man immer.“

Vorsorge für die Zukunft treffen

Über die Festivalkosten hinaus, immerhin eine sechsstellige Summe, wurde in diesem Jahr ein Überschuss erwirtschaftet, mit dem sich die Kinomacher für die Zukunft rüsten: „Seit 2006 legen wir jährlich einen Betrag zurück, um für schlechte Sommer abgesichert zu sein“, erklärt Stefan Hart, und Sibylle Tejkl ergänzt: „Und wir investieren direkt ins Kino auf der Maille: Im Foyer mussten die Böden gerichtet werden, für den Eingangsbereich hat uns bisher das Geld gefehlt, außerdem ist auf dem Kinomarkt die Digitalisierung ein Thema.“

Auch wenn die elf Vorstellungen beim Kino auf der Burg in diesem Jahr in erster Linie positiven Stress bedeuteten - für das Team des Kommunalen Kinos und die 136 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer ist die Ausrichtung des Festivals ein echter Kraftakt. Am gestrigen Sonntag waren allein 25 Helfer mit dem Abbau beschäftigt, und mindestens noch eine Woche dauert es, bis Leinwand, Stühle, Zelte, Scheinwerfer und Technik wieder fürs nächste Jahr eingelagert sind.

Anstrengend und erfüllend zugleich

Dabei geht im Kommunalen Kino auf der Maille bereits heute der ganz normale Betrieb weiter (siehe unten stehenden Bericht). Stephanie Schnäbele guckt denn auch „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ auf die vergangenen Wochen zurück: „Es war sehr anstrengend, aber auch sehr erfüllend.“ Und Stefan Hart fühlt sich in den ersten Tagen nach dem Open-Air-Kino immer ein bisschen einsam auf der Maille: „Auf der Burg wuselt es vor Menschen, da ist man mit so unendlich vielen Leuten zusammen. Unten im Kino sind wir eine kleine, überschaubare Truppe.“

    Artikel vom 10.08.2009 © Eßlinger Zeitung

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