Mit noch mehr Qualität gegen das Defizit

ESSLINGEN: Verkehrsbetrieb stellt Jahresbilanz vor - Verlust steigt auf 4,1 Millionen Euro

 

Die Buslinien des Städtischen Verkehrsbetriebs Esslingen bieten einen hohen Standard. Dennoch sieht der SVE noch Verbesserungsmöglichkeiten.Foto: Rudel
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Die Buslinien des Städtischen Verkehrsbetriebs Esslingen bieten einen hohen Standard. Dennoch sieht der SVE noch Verbesserungsmöglichkeiten.Foto: Rudel

 

Qualität und Leistung wurden weiter verbessert - trotzdem stieg der Betriebsverlust des Städtischen Verkehrsbetriebs Esslingen (SVE) im vergangenen Jahr um rund eine halbe Million auf 4,1 Millionen Euro. Dennoch sehen Finanzbürgermeister Bertram Schiebel und Werkleiter Mickael Pandion den SVE auf dem richtigen Weg. Noch mehr Qualität

Von Alexander Maier

Eigentlich hatte der SVE gehofft, dass sich der jährliche Betriebsverlust bei 3,6 Millionen Euro einpendeln würde. Doch die erhöhten Personalkosten durch den jüngsten Tarifabschluss (plus 370 000 Euro), die gestiegenen Dieselpreise (plus 110 000 Euro) und erhöhte Abschreibungen durch weggefallene Zuschüsse nach dem Gemeindefinanzierungsgesetz (plus 103 000 Euro) ließen das Defizit im vergangenen Jahr auf 4,1 Millionen Euro anwachsen. „Ohne diese drei Faktoren hätten wir unser Ergebnis von 2007 gehalten“, ist Mickael Pandion sicher. Und er ist zuversichtlich, den Abmangel durch gezielte Maßnahmen wieder auf das bisherige Maß reduzieren zu können. So sieht er in der Optimierung der Werkstatt und bei den Fahr- und Dienstplänen noch Einsparpotenziale.

 

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Obwohl er mit spitzem Bleistift rechnen muss, mag Bertram Schiebel die Leistungen des SVE nicht allein am Betriebsergebnis messen: „Auch wenn natürlich alles versucht werden muss, um die Belastungen einzudämmen, steht für uns die kontinuierliche Verbesserung der Leistungen unseres SVE weiterhin im Vordergrund. Der öffentliche Personennahverkehr hat für die Bürger einen ganz hohen Stel lenwert, dem wir auch gerecht werden müssen.“ Den guten Standard nicht nur zu halten, sondern weiter auszubauen, und gleichzeitig das Defizit wieder einzudämmen, ist für Schiebel die große Herausforderung in der nächsten Zeit.

Erste Erfolge im Ausbau des Angebots wie die Verlängerung der Linie 106 bis nach Winterbach hat der Städtische Verkehrsbetrieb bereits verbucht, an weiteren Leistungsverbesserungen arbeiten Stadt und Verkehrsbetrieb: Die Planungen für den zentralen Omnibusbahnhof werden weiter vorangetrieben, auch wenn angesichts der zugespitzten Finanzlage nicht klar ist, ob eine Realisierung wie geplant ab 2012 in Angriff genommen werden kann.

Busverbindungen aus einem Guss

Um die Sicherheit von Fahrgästen und Personal zu verbessern, werden die SVE-Busse nach und nach auf Videoüberwachung umgestellt. Noch in diesem Jahr will der SVE in Zusammenarbeit mit der Esslinger Beschäftigungsinitiative (EBI) Kundenbetreuer anbieten. Vor allem sollen verbesserte Angebote wie etwa die Einführung so genannter Durchmesserlinien, die Verkehrsverbindungen aus einem Guss schaffen, den SVE attraktiver machen und damit auch die Einnahmenseite verbessern.

Dass die Stadt mit dem Einsatz von O-Bussen auf dem richtigen Weg ist, hätten Experten jüngst auf einem Fachkongress in Esslingen bestätigt. Der O-Bus erzeuge lokal keine Schadstoffe, zudem sei seine Energiebilanz äußerst positiv. Vor allem aber passe er in eine Stadt mit der Topographie von Esslingen. Deshalb hat Finanzbürgermeister Bertram Schiebel auch keinerlei Verständnis für den Verband Region Stuttgart (VRS), der in den Verhandlungen über einen neuen Verkehrsvertrag nur noch pauschalierte Kosten erstatten und dabei die erhöhten Aufwendungen für O-Busse nicht berücksichtigen möchte. Außerdem honoriere der vom VRS angebotene Vertrag auch nicht eine etwaige Steigerung der Einnahmen. „Ich kann mir kaum vorstellen, dass der Gemeinderat das unwidersprochen hinnehmen wird“, sagt Schiebel, der genau wie Mickael Pandion an seiner Ablehnung angedachter Linienbündelungskonzepte für den Nahverkehr festhält, „weil sie dem Mittelstand schaden und auf Dauer keineswegs günstiger kommen als die bisherige Regelung“.

Artikel vom 01.07.2009 © Eßlinger Zeitung

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