KINDERLEICHT
Polizisten verfolgen entlassene Straftäter
Berlin (dpa) - Ein Mann läuft auf einem Gehweg. Hinter ihm sind mehrere Leute zu sehen, die ihn überwachen - es sind Polizisten. Der Mann wurde vor kurzem freigelassen. Doch warum wird er immer noch überwacht? Fangen wir von vorne an: Der Mann hat vor vielen Jahren eine schlimme Tat begangen. Dafür verurteilte ihn ein Gericht zu einer Gefängnisstrafe. Als er die abgesessen hatte, waren Experten aber immer noch der Meinung, dass der Mann gefährlich sein könnte. Deshalb blieb er noch sehr viel länger eingesperrt. Das heißt Sicherungsverwahrung. Vor ein paar Monaten entschied aber ein wichtiges Gericht: Mehrere Straftäter in Deutschland saßen zu lange in Sicherungsverwahrung. Eigentlich hätten sie nur zehn Jahre länger eingesperrt bleiben dürfen. Außerdem sei die Sicherungsverwahrung nicht gut genug gemacht: Es werde den Leuten nicht ausreichend geholfen. Und so wurden der Mann und einige andere vor kurzem freigelassen. Ein paar sollen noch rauskommen. Und das sorgt für heiße Diskussionen - bei Politikern und auch in der Bevölkerung. Viele machen sich Sorgen, dass die Entlassenen noch immer gefährlich sein könnten. Nun wird überlegt: Was macht man mit den Leuten? Wie kann man am besten kontrollieren, was sie tun oder wo sie sich aufhalten?
Polizisten können sie zum Beispiel überwachen. Das wird gerade bei denen gemacht, die schon entlassen wurden. Dafür braucht man aber ziemlich viele Polizisten - und das kostet eine Menge Geld. Viel geredet wird auch über ein kleines Gerät. Man nennt es elektronische Fußfessel. Die Idee: Wenn die Entlassenen draußen unterwegs sind, können etwa die Betreuer immer schauen, wo sie gerade sind - zum Beispiel in der Wohnung oder beim Einkaufen. Dazu bekommen die Entlassenen das kleine Gerät ums Bein geschnallt. Es funkt dann Signale, die verraten, wo sich der Überwachte aufhält. Die Fußfessel verrät aber nicht, was er tut.



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