KINDERLEICHT
Schwarzer Tag für Flugzeugbauer EADS
Paris/Washington (dpa) - Es wäre ein hammerkrasses Geschäft gewesen. So darf man das nennen, weil es um eine richtig große Sache geht. Die Luftwaffe der USA braucht 179 neue Tankflugzeuge. Für umgerechnet 26 Milliarden Euro! Und fast hätte der Flugzeugbauer EADS aus Europa den Riesenauftrag bekommen. Aber nur fast. Denn der Deal (gesprochen: Diel) ist geplatzt. Der US-Partner von EADS gab am Montagabend auf. Der Wettbewerb sei unfair gewesen, hieß es gestern. Damit ist für den Riesenkonzern EADS das Geschäft erstmal gestorben.
Jahrelang hatten EADS und seine Tochter Airbus mit dem größten Konkurrenten Boeing um den Auftrag gerungen. Mal hatte einer die Nase vorn, dann wieder der andere. Nun sind die Europäer richtig sauer. Die amerikanische Regierung habe Boeing bevorzugt, sagte Airbus-Chef Thomas Enders verärgert. Die Wunschliste sei so geschrieben worden, dass Boeing mit seinen kleineren Fliegern sie besser erfüllen konnte. „Es geht hier nicht mehr um das beste Tankflugzeug und auch nicht um einen fairen Wettbewerb.“
Die US-Regierung wies den Vorwurf zurück. Doch Unterstützer von Boeing können sich nun freuen, dass der Auftrag an einen US-Konzern geht und nicht ins Ausland nach Europa. Der Auftrag ist so wichtig, weil noch viel mehr dranhängt: In den nächsten 30 Jahren will die US-Luftwaffe ihre 600 Tankflugzeuge erneuern.
Für EADS und Airbus fing die Woche noch aus einem anderen Grund sehr düster an. Am Dienstag musste EADS richtig schlechte Zahlen verkünden: Im abgelaufenen Jahr machte der Konzern 700 Millionen Euro Verlust. Das liege vor allem an den Problemen mit dem Airbus A400M. Der Militärflieger hat seinen ersten Testflug viel später als erwartet gemeistert - und mehr Geld verschlungen als geplant.
Für die Rubrik „Kinderleicht“ wählen wir täglich ein aktuelles Thema aus, das wir speziell für Kinder in kindgerechter Sprache erklären.


