KINDERLEICHT
Feuer sollen den Winter vertreiben
Augsburg (dpa) - Vertreibt den Winter mit Funken und Flammen! Am Wochenende lodern in einigen Gemeinden im Süden und Südwesten Deutschlands wieder Scheibenfeuer. Das ist ein uralter Brauch zum Beginn der Fastenzeit. Die Feuer kündigen das Ende der kalten Tage an. Sie brennen am Sonntag zum Beispiel in Langenneufnach in der Nähe der bayerischen Stadt Augsburg. Vorher ziehen die Jugendlichen durch den Ort und sammeln Holz, erzählt Einwohner Reiner Jochum. Das wird dann auf einem Hügel über der Ortschaft meterhoch aufgetürmt und um sieben Uhr abends angezündet. In der Mitte der hohen Flammen verbrennt eine Strohhexe an einer langen Stange als Zeichen für den Winter und seine bösen Geister.
Jungen und Mädchen haben vorher außerdem kleine Ringe aus Buchenholz mit Drähten an Stangen befestigt. Die halten sie dann ins Feuer. Wenn die Ringe zu glühen beginnen, werden sie über den Kopf geschwungen oder auf Bretter geschlagen, dass die Funken fliegen. In anderen Orten werden die glühenden Holzstücke auch ins Tal geschleudert. Die Fastenzeit hat in dieser Woche begonnen und dauert 40 Tage bis Ostern. Früher war das eine karge Angelegenheit. Gläubige Katholiken durften kein Fett, kein Fleisch, keine Eier und keine Milchprodukte wie Butter oder Käse essen. In dieser Zeit war zum Beispiel die Fastenbreze in der Gegend ein Leckerbissen. Sie war größer als eine normale Brezel und wurde gern zu starkem Bier verspeist.
Für die Rubrik „Kinderleicht“ wählen wir täglich ein aktuelles Thema aus, das wir speziell für Kinder in kindgerechter Sprache erklären.



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