Rauchmelder lassen sich mit dem Gerät beiliegenden Schrauben und Dübeln oder einem dafür vorgesehenen Klebe- oder Magnetpad ganz einfach montieren. Foto: dpa Quelle: Unbekannt

Von Evelyn Steinbach

Wer sein Haus liebt, will es oft erhalten, wie es ist. Gerade sehr alte Häuser werden heute zwar in den wichtigsten Punkten saniert, aber äußerlich oft so gestaltet, wie sie einst entstanden. Daher braucht man etwa alte Dachbalken und Türen. Wer denkt, das ist ein Nachteil gegenüber so manch neuwertigem, industriell hergestelltem Produkt, der irrt. Historische Baustoffe sind oft robuster und langlebiger. Hinzu kommt, dass sie mit ihrer Patina ein Stück Geschichte erzählen.

„Meistens zeigt das Haus einem, welches Ersatzteil benötigt wird“, sagt Baustoffhändler Rainer W. Leonhardt aus Berlin. Alle Teile seines Bestands waren schon einmal Teil eines Hauses. Sie wurden durch spezielle Handwerker vorsichtig ausgebaut, teilweise repariert und aufgearbeitet. Diese Materialien sind beliebt - seine Kunden kommen zwar meist aus Berlin und Umgebung, bei seltenen Baumaterialien erhält er auch Anfragen aus dem Ausland. Denn bei der Sanierung wollen viele Bewohner den Originalzustand wiederherstellen. Das gehe soweit, dass ganze Häuser wieder zurückgebaut werden.

„Absolutes Nischenprodukt“

Der Unternehmerverband Historische Baustoffe zählt bundesweit 28 Mitglieder, die Zahl der Verkaufsstätten dürfte laut Schätzungen der Händler bei 150 liegen. Mittlerweile bieten die meisten ihre Produkte auch im Internet an. Zwar bezeichnet Michael Hölker vom Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel historische Baumaterialien als ein „absolutes Nischenprodukt“, der Bedarf ist dennoch vorhanden. Etwa bei Häusern unter Denkmalschutz. „Durch die Auflagen entsteht die meiste Nachfrage“, berichtet Hölker. Ein Beispiel sind Dachziegel.

Von Vorteil bei alten Baumaterialien kann die lange Gebrauchsdauer sein. „Antike Schlösser werden 100 bis 120 Jahre alt“, sagt Leonhardt. „Man muss zwischendrin höchstens mal die Feder ersetzen.“ Auch die Reparatur sei im Gegensatz zu neuen Türschlössern einfacher, da keine Verbundmaterialien verwendet werden.

Oft fehlt es an Expertenwissen

Olaf Elias, Baustoffhändler aus Oberkrämer (Brandenburg) beobachtet, das derzeit auch ein innovativer Stil-Mix aus sehr alten und ganz neuen Bauteilen gefragt ist. Diverse Interieur-Designer aber auch Architekten experimentieren gerne damit.

Was bei Elias derzeit kaum noch verkauft wird, sind alte Heizkörper, etwa aus Gusseisen. „Es fehlt die Generation, die wusste, wie man sie fachgerecht einbaut“, sagt er. Hinzu kommt, dass die heutigen Heizungsbauer für den Einbau nicht die Gewähr übernehmen wollen. Denn: „Wer mit alten Baumaterialien hantiert, sollte Fachkenntnisse mitbringen oder sie sich aneignen“, rät Elias. Oft empfiehlt es sich, einen erfahrenen Restaurator zu beauftragen. Aber was im Trend liegt, wird häufig kopiert. „Repliken kann man leicht erkennen, beispielsweise an fehlenden Stempeln auf Beschlägen“, erklärt Elias. Es sei die Qualität der handwerklichen Arbeit, die maschinell produzierte Ware nicht hergibt, zumindest wenn sie preisgünstig sein soll. Leonhardt empfiehlt etwa bei Beschlägen auf die fein von Hand gearbeiteten Muster und Verzierungen zu achten. Und nur auf alt getrimmte Wandfliesen seien zu perfekt gearbeitet. Die Pinselstriche der verzierten Kacheln von damals zeigen kleine Nuancen von Stück zu Stück.

Ein Nachteil der historischen Baumaterialien ist die oft lange Suche und unter Umständen der Preis. „Kauft man beispielsweise eine alte Tür für 100 Euro, sollte man einkalkulieren, dass noch weitere, höhere Kosten entstehen für den maßgefertigten Rahmen, die Beschläge und gegebenenfalls die Oberflächenlackierung“, sagt Elias.