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Zauberhaftes am Boden und in der Luft

OSTFILDERN: Zehntausende beim Feuerwerksfestival „Flammende Sterne“ - Wettstreit internationaler Pyrotechniker

 
 
 

Von Sabine Försterling

Ein Sommernachtstraum wurde wahr. Heißluftballons entschwebten bei untergehender Sonne, fünf Bands sorgten für Stimmung und Akrobaten begeisterten mit ihrer poetischen Show in luftiger Höhe am Tuch und Seil. Dann zauberten Pyrotechniker aus Neuseeland, Mexiko und Deutschland beim dreitägigen Festival „Flammende Sterne“ in Ostfildern explodierende Feuerblumen in den nächtlichen Himmel über dem ehemaligen Gartenschau-gelände im Scharnhauser Park.

Nach sieben Jahren Regen und Kälte freuten sich die Veranstalter des dreitägigen Festivals „Flammende Sterne“ über das Bilderbuchwetter. Am Freitag und am Samstag strömten laut Jürgen Wünsche mehr als 30 000 Besucher nach Ostfildern.

„So voll war es hier noch nie“, meinte ein Paar aus Stuttgart. Beide hatte es in den vergangenen Jahren trotz widriger Wetterbedingungen magisch zu den „Flammenden Sternen“ gezogen. Die Australier hatten den 57-Jährigen früher wegen der Musikauswahl überzeugt. Nun wartete der „Altrocker“ am Freitag gespannt auf die Neuseeländer. Heuer lieferten sich drei internationale Pyrotechniker einen Wettstreit. Mit dabei war Mexiko am Samstag und wie jedes Jahr der zweifache Weltmeister Joachim Berner aus Deutschland am Sonntag. Die achtköpfige Jury achtete auf die Vielfalt der Bilder und die Synchronität des Feuerwerks zur Musik. Mit der es bei den Neuseeländern nicht ganz geklappt habe, meinte Jürgen Wünsche. Der Organisator des Festivals war dennoch von der feurigen Sequenz zur Filmmusik aus „Der Herr der Ringe“ beeindruckt. Die Neuseeländer lieferten auch leise Töne. Es schien, als ob eine unsichtbare Hand am Firmament in die funkelnde Sternenkiste gegriffen habe. Ganz anders die Mexikaner. Temperamentvoll entlud sich ihre Freude in bunten, funkelnden Blumen über den Köpfen der begeisterten Zuschauer.

Elke und Hartmut Humburger hatten bisher das Feuerwerk über Ostfildern von ihrem Balkon aus in Esslingen-Liebersbronn bestaunt. Nun blickte das Ehepaar am Samstag gemeinsam mit 40 Abonnenten der Eßlinger Zeitung mit „Abo plus“ exklusiv hinter die Kulissen. Der zweifache Weltmeister Joachim Berner, der mit seiner Firma „Innovative Pyrotechnik“ auch Konzerte von den Rolling Stones und AC/DC begleitet hat, weihte launig in die Geheimnisse der Technik ein und zog sogenannte „Bomben“ verschiedener Kaliber aus den mit einem Computer verkabelten Abschussrohren heraus. Die EZ-Leser waren wissbegierig und löcherten den „Feuerwerker“ mit Fragen etwa über die Zündspannung oder ob der ganze Aufwand sich überhaupt rechne. „Wir haben wohl alle einen kleinen Schlag weg“, sagte Berner. Bei so einem Wettbewerb könne er aber Neues ausprobieren.

Die Besucher flanierten, sicherten sich mit Decken und klappbaren Stühlen einen Platz auf der Wiese, saßen am Samstag dichtgedrängt auf Bierbänken und standen Schlange an den gastronomischen Ständen, die internationale Küche anboten. Derweil suchte Daniel Kiechle zwei Stunden vor seinem Auftritt Ruhe. Es sei nicht einfach, nachts ein blau beleuchtetes Modellflugzeug zur Musik Kapriolen schlagen zu lassen.

Blau wie die Luft und Rot wie das Feuer, das sind die zwei Elemente, die auch die Akrobaten von Cantus Aeris zu klassischer Musik mit Tuch und Gummiseil anmutig und kurz vor dem Auftritt der Pyrotechniker auf die Bühne zauberten.

Weithin sichtbar kündeten Heißluftballons von dem großen Ereignis in Ostfildern - für passionierte Fotografen wie den Esslinger Helmut Kachler boten sich auch aus der Entfernung interessante Impressionen (siehe unten). Die spektakuläre Landung der Heißluftballons am Erlachsee bei Denkendorf verfolgte derweil unser Leser Wolfgang Weigmann aus Neuhausen. „Wir haben uns diesen Bereich ausgesucht, weil gemähte Wiesen ein optimaler Landeplatz sind“, sagt Günther Binder aus Sonnenbühl, der die Ballons verleiht. „Ballonfahrer legen Präzisionslandungen hin“, erklärt der Experte. So sei es nicht gefährlich gewesen, dass einer der Ballons dicht bei der Landstraße landete. Das bestätigt die Polizeidirektion Esslingen. Binder freut sich über die gute Kooperation mit der Deutschen Flugsicherung, die den Flugbetrieb am Landesflughafen mit den Ballonfahrten „optimal koordiniert“ habe.

 

Artikel vom 23.08.2010 © Eßlinger Zeitung

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