LESERAKTION DAS FERIEN-FLUSS-ERLEBNIS
Wein und Wasser für 152 Leser unserer Zeitung
UNTERTüRKHEIM: Mit an Bord waren Hafendirektor Carsten Strähle und Martin Kurrle, Geschäftsführer des Collegiums Wirtemberg
„Welch ein erlebnisreicher Ferientag. Ich würde am liebsten im Schiff sitzen bleiben“, bedankte sich ein Fahrgast nach dem dreistündigen Ferien-Fluss-Erlebnis unserer Zeitung. 152 Leser entdeckten den Neckar und Stuttgarts Hafen neu. An Bord des Fahrgastschiffes „Wilhelma“ genossen sie eine Weinprobe, durch die Kellermeister Martin Kurrle führte. Bei der Fahrt durch den Hafen brachte Hafenchef Carsten Strähle unseren Lesern den wichtigen Umschlagsort näher.
Von Mathias Kuhn
„Jetzt lebe ich schon 40 Jahre in Stuttgart, habe aber heute erst erfahren, wie groß und wie wichtig der Hafen ist“, war eine Leserin auf der Rückfahrt nach Wangen begeistert. Wie ihr erging es vielen der 152 Leserinnen und Leser, die gestern Vormittag das Neckarpersonenschiff „Wilhelma“ betraten. Sie entdeckten einen wichtigen Teil der Landeshauptstadt neu - und zwar mit allen Sinnen. Mit der Traumschiffmelodie aus dem Lautsprecher legte die Wilhelma punkt 11.30 Uhr ab und lief bereits fünf Minuten später in die Cannstatter Schleuse ein. Während die „Wilhelma“ in der Kammer fast unmerklich nach oben gehoben wurde, bekamen die Fahrgäste den ersten Wein des Collegiums Wirtemberg ins Glas geschenkt. „Einen fruchtigen Riesling trocken aus dem Jahr 2009, mit moderatem Alkoholgehalt“, charakterisierte Martin Kurrle, der Geschäftsführer und Kellermeister des Collegiums Wirtemberg, das erste von drei leckeren „Versucherle“. Noch mehr Fahrgäste schnalzten beim zweiten Collegium-Wein mit der Zunge: einem gekühlten Spätburgunder Weißherbst Kabinett vom Uhlbacher Götzenberg - einem Sommerwein, der allerdings auch bei 19 Grad Celsius überzeugte. Den Abschluss der kleinen, exquisiten Weinprobe bildete der 2008er-Trollinger mit Lemberger. Tiefrot glänzte der Wein in den Gläsern, als das Schiff die Untertürkheimer Schleuse verließ. Kurrle lenkte die Aufmerksamkeit auf die „einmalige“ Aussicht von Bord des Schiffes: „Der Württemberg mit der Grabkapelle und unseren grünen Weinberghängen, die Wasserstraße Neckar und die Industrie im Hafen. Sie bilden eine harmonische Einheit. Das macht den Charme von Stuttgart aus“, meinte er.
Ein Miteinander, das auch Carsten Strähle schätzt. Stuttgarts Hafendirektor übernahm während der Fahrt entlang der Kais das Mikrofon und brachte den Fahrgästen den wichtigen Umschlagsplatz für die Wirtschaftsregion Stuttgart näher. Immerhin knapp drei Millionen Tonnen Güter werden im Hafen jährlich umgeschlagen. „Allerdings nicht nur per Schiff, sondern auch per Zug und per Lastwagen.“ Von Alt-eisenund Schrott, das von Stuttgart in die Stahlwerke am Rhein transportiert werden sowie von Holzpellets und Getreide, die bei Rhenus gelagert werden, berichtete Strähle, während die „Wilhelma“ an riesigen Altauto- und Sandbergen vorbeiglitt. „Die Zukunft gehört aber den Containern“, erklärte Strähle beim Anblick des Stuttgarter Containerterminals mit seinen riesigen Kranen. Voraussetzung für eine erfolgreiche Neckarschifffahrt sei allerdings die Verlängerung der alten Schleusen von momentan 110 Meter auf 135 Meter Länge, in die das Land momentan aus ökologischen Gründen investiere. „Ein Binnenschiff transportiert schließlich die Ladung von 70 Lastwagen“, erstaunte Strähle die Fahrgäste.
Dass die Binnenschifffahrt das umweltschonendste Transportmittel ist, davon waren die Fahrgäste längst überzeugt. „Die drei Stunden waren so interessant und entspannend. Die Fahrt auf dem Neckar war wie ein Urlaubstag“, schwärmte ein Esslinger gegenüber Wolfgang Thie. Der Neckarkäpt`n ließ es sich nicht nehmen, gemeinsam mit seiner Frau persönlich die Vesperteller mit den leckeren Ripple zu servieren. Für Giancarlo Mariucci aus Uhlbach war die gestrige Schifffahrt ein besonderes Erlebnis. „Ich habe diese tolle Hafenrundfahrt von meiner Frau zu meinem 75. Geburtstag geschenkt bekommen und genieße den Ehrentag nun auf dem Neckar“, bedankte er sich bei Sig-fried Baumann, dem Geschäftsführer unserer Zeitung, für das Ferien-Fluss-Erlebnis.
Artikel kommentieren