Ausflug endet mit dem Ritterschlag
50 Abonnenten der Eßlinger Zeitung besuchen die Burg Guttenberg und die Deutsche Greifenwarte
Esslingen/ Bad Wimpfen - Für Karl-Heinz Claus aus Wernau endete der AboPlus-Ausflug am letzten Märztag auf die Burg Guttenberg bei Bad Wimpfen mit dem Ritterschlag. Kurz nach dem deftigen Mittagsmahl in der Burgschenke wurde der Abonnent der Eßlinger Zeitung von seinem König höchstpersönlich zum Großherzog Karl-Heinz ernannt und damit in den Adelsstand erhoben. Begleitet wurde das Historienspektakel vom kräftigen „Handgeklapper“ der etwa 50 EZ-Abonnenten, die sich an diesem Tag mit auf den Weg gemacht hatten, um sich die Flugvorführung der Deutschen Greifenwarte und das Museum der Burg Guttenberg anzuschauen.
Karl-Heinz Claus darf sich künftig Sir zu Guttenberg nennen. Das steht zumindest auf der Urkunde, die der frisch gebackene Adelsmann nach dem Ritterschlag vom König bekommen hatte. Zuvor jedoch hatte er wegen eines Missgeschicks - der Wernauer hatte es nicht geschafft, ein mit Ziegenmilch gefülltes Trinkhorn in einem Zug zu leeren - von der Schandgeige um seinen Hals befreit werden müssen. Dazu hatte es der befreienden Küsse dreier lieblicher Jungfrauen bedurft, bei deren Eignung der König jedoch alle Augen hatte zudrücken müssen. Überwacht wurde der Ritterschlag von Herold Michael Hornick aus Esslingen, der mit geübten Händen die Trommel rührte.
Greifvögel auf Wunschliste
Für den geadelten EZ-Abonnenten war es nicht das erste Mal, dass er mit der Eßlinger Zeitung unterwegs war. „Das letzte Mal haben wir die Kreisrundfahrt mitgemacht“, sagte er und präsentierte stolz seine Urkunde. Auf die Frage, ob er zu den Leserausflügen immer seine Ehefrau mitnimmt, fiel ihm Gerda Claus ins Wort. „Das will ich hoffen“, antwortete sie für Sir Karl-Heinz zu Guttenberg und zwinkerte ihm lachend zu. Sie seien zwar früher schon einmal auf der Burg Guttenberg gewesen, doch hätten sie nach dem langen Winter einfach „einmal raus“ gewollt.
„So ein Ausflug ist schon eine nette Sache“, war sich das Wernauer Ehepaar mit Herold Michael Hornick einig. „Ich wollte schon immer einmal zu den Greifvögeln“, sagte der Esslinger, der vor etwa zwei Jahren schon einmal zusammen mit seiner Frau Helga auf der Burg Hohenzollern mit der Eßlinger Zeitung unterwegs war. Die beiden waren vor allem von der Führung durch das kleine Museum der Burg Guttenberg begeistert, die am Vormittag auf dem Programm gestanden hatte. Mit ihrer Führerin Silke Freifrau von Gemmingen hatten die EZ-Leserinnen und -Leser eine profunde Kennerin der Geschichte des württembergischen Adelsgeschlechts und der Landesgeschichte.
„Vor mehr als 50 Jahren hat die Familie meines Mannes den Tourismus auf die Burg geholt“, erläuterte die Burgherrin beim Rundgang. Das Eintrittsgeld fließe seither in die Erhaltung der Burg. „Auch Ihnen ein herzliches Dankeschön, dass Sie mit Ihrem Besuch dazu beitragen“, sag‑ te die Freifrau von Gemmingen. Sie plauderte über das frühere und heutige Leben auf einer Ritterburg, über die lange Familiengeschichte des Adelsgeschlechts und wie zwei Vorfahren ihres Mannes im Jahr 1548 sich von der von Kaiser Karl V. angedrohten Reichsacht für 3000 Gulden freikaufen mussten. Beide hatten im Kraichgau die Reformation voran getrieben. Die Urkunde mit der Reichsachtandrohung, unter der das Originalsiegel von Kaiser Karl V. prangt, ist ebenso ausgestellt wie viele mittelalterliche Handschriften und sonstige Exponate. Eine Ecke des Museums ist dem Dichter Wilhelm Hauff gewidmet, der im 19. Jahrhundert einige Zeit Hauslehrer auf Burg Guttenberg war.
Das mittelalterliche Gemäuer stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde über die Jahrhunderte hinweg nie zerstört. Doch nicht nur dafür ist die Stauferburg bekannt. Besucher erleben dort Adler, Uhus, Geier und andere Greifvögel im freien Flug. Die Deutsche Greifenwarte, die innerhalb der Burgmauern residiert, ist für die spektakulären Flüge ihrer Vögel dicht über die Köpfe des Publikums hinweg bekannt. Vor der Flugvorführung gab es eine exklusive Führung mit Torsten LeLeux, dem Geschäftsführer der Greifenwarte. „Sie haben da einen hübschen Fellkragen“, schmeichelte der Greifvogelexperte einer EZ-Leserin beim Rundgang, der an den Gehegen der großen Greifvögel vorbei führte. „Hoffentlich ist der nachher auch noch da“, witzelte er weiter.
Zwar blieb der Pelzkragen während der Flugvorführung dort wo er hin gehörte, dafür büxte ein Kaiseradler aus. „Einige da unten werden wohl jetzt wieder ihre Meerschweinchen suchen“, spöttelte LeLeux, der seine Sorge um „den wertvollen Vogel“ jedoch auch mit Witzen kaum überspielen konnte. Kurze Zeit später hatten zwei der Falkner den mächtigen Greifvogel wieder zurück gebracht. Vögel seien keine Automaten und würden selbst entscheiden, was sie tun, versicherte der Experte seinem Publikum.
Die Greifenwarte auf der Burg Guttenberg ist eine Pflege- und Auswilderungsstation für in Not geratene Greifvögel und Eulen. Aufgefundene Jungvögel werden dort artgerecht und aufwändig großgezogen und artgerecht gefüttert, manchmal bis zu zwölf Mal am Tag und auch in der Nacht. Sind die kleinen Vögel nach Wochen intensiver Betreuung flügge, werden sie auf die Auswilderung in der Natur vorbereitet.
Mehr Bilder finden Sie im Internet unter www.ez-online.de
Mehr Infos zur Burg und zur Deutschen Greifenwarte unter www.burg-guttenberg.de



